Wer eine Fettabscheideranlage betreibt, muss diese regelmäßig warten lassen. Das ist nötig, um die Funktion der Technik dauerhaft zu gewährleisten und Kanalisation sowie Umwelt zuverlässig zu schützen. Worauf es bei der Fettabscheider-Wartung ankommt, wie oft diese nötig ist und warum Sie ein Wartungsbuch führen sollten, erklären wir in den folgenden Abschnitten.

Fettabscheideranlagen: Wartung aus folgenden Gründen
Fettabscheider haben die Aufgabe, Fette und Schwebstoffe vom Wasser zu trennen. Während das vorgereinigte Wasser in die Kanalisation abfließt, verbleiben die Reststoffe bis zur Entleerung in der Anlage. Diese können sie dabei so stark verkleben, dass die Abscheider nicht mehr richtig funktionieren. Es kann zu Ausfällen der Warn- und Überwachungstechnik, zu Verstopfungen und sogar zu Leckagen kommen. Um das zu verhindern, empfiehlt sich eine regelmäßige Wartung, wenn Sie einen Fettabscheider kaufen.
Die wichtigsten Gründe zur Wartung der Fettabscheideranlagen im Überblick:
- Schutz vor Ablagerung von Schlamm und Speiseresten
- Sicherstellen der Funktion der Fettabscheideranlagen
- Verhindern von Rückstau, Leckagen und Verstopfungen
- Schutz vor Schäden an Kanalisation und Kläranlagen
- Reduzierung der Umweltbelastung durch abgeschiedenes
- Einsparung von Kosten (vermeiden Notfallreinigung etc.)
- Vermeiden von Gerüchen und Befall durch Schädlinge
Die Wartung von Fettabscheidern sorgt für einen rechtssicheren, zuverlässigen, hygienischen und vergleichsweise günstigen Betrieb der Anlagen.
Normen geben regelmäßige Fettabscheider-Wartung vor
Die Wartung der Fettabscheideranlagen ist aber nicht nur zu empfehlen – sie ist Pflicht in Deutschland. So schreiben es einschlägige Regelwerke wie die DIN EN 1825, die DIN 4040 – 100 sowie kommunale Entwässerungssatzungen vor. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Informationen im Überblick:
| Arbeiten | Turnus | Aufgaben | Prüfer |
|---|---|---|---|
| Eigenkontrolle | Monatlich | Sichtprüfung und Bestimmung des Fett- und Schlammspiegels | Sachkundige Person, auch aus dem eigenen Unternehmen |
| Wartung | Jährlich | Kontrolle aller Flächen, Beschichtungen und elektrischer Komponenten | Sachkundige Person, auch aus dem eigenen Unternehmen |
| Generalinspektion | alle 5 Jahre | Prüfung des baulichen Zustands, des Einbauzustands, der Eignung sowie aller technischen Unterlagen inkl. des Nachweises sachkundiger Personen | Betriebsunabhängige fachkundige Person mit entsprechender Zulassung |
| Entleerung und Reinigung | Nach Bedarf (mind. alle 4 Wochen) | Vollständige Entleerung, Reinigung und Entsorgung der Reststoffe | Fachbetrieb für Entsorgung |
Monatliche Eigeninspektion der Fettabscheideranlagen
Die Sicherheit der Fettabscheider erfordert eine regelmäßige Wartung. Wichtig ist dabei unter anderem die monatliche Eigeninspektion durch eine sachkundige Person. Diese soll sicherstellen, dass die Anlage vorschriftsmäßig funktioniert und Probleme oder Schäden früh erkannt werden.
Schwerpunkt der Arbeiten ist dabei eine Prüfung der Zu- und Ablaufbereiche von Siebanlage, Schlammfang und Fettabscheider sowie aller technischen Komponenten. Zudem ist die Schichtdicke des Fett- und Schlammspiegels zu bestimmen
Sachkundige Person:
Die erforderliche Sachkunde erhalten Sie oder Ihre Mitarbeiter durch Lehrgänge bei Schulungs- und Prüfanbietern wie dem TÜV. Sie kosten zwar zwischen 500 und 1.000 Euro, erlauben dann jedoch die Eigenkontrolle der Fettabscheider. Das spart Kosten externer Dienstleister ein
Jährliche Wartung durch eine sach-/fachkundige Person
Neben der Eigenkontrolle von Fettabscheidern schreiben Normen wie die DIN 4040-100 auch eine jährliche Wartung vor. Diese darf ebenfalls eine sachkundige Person aus Ihrem Unternehmen durchführen, wenn diese über eine entsprechende Ausbildung verfügt.
Schwerpunkt der Prüfung der Fettabscheider ist die Kontrolle aller Innenwandflächen und Einbauteile. Hier ist insbesondere auf Schäden sowie erkennbare Auffälligkeiten zu achten. Zu letzteren gehören etwa Verfärbungen, Blasenbildung, Ablösung oder auch Korrosion. Zudem geht es um die Kontrolle aller elektrischen Komponenten.
Bei Schäden und Problemen:
Fallen bei der Wartung oder der Eigenkontrolle der Fettabscheider Mängel auf, sind diese unverzüglich zu beseitigen. Wer dem nicht nachkommt, riskiert Störungen sowie empfindliche Bußgelder.
Alle fünf Jahre Generalinspektion der gesamten Anlage
Neben der Eigenkontrolle und der jährlichen Wartung der Fettabscheider ist auch eine regelmäßige Generalinspektion Pflicht. Diese muss einmal vor der Inbetriebnahme und dann spätestens alle fünf Jahre durch eine betriebsunabhängige fachkundige Person erfolgen. Wichtig ist, dass diese über eine einschlägige Zertifizierung verfügt, um die Arbeiten durchführen zu dürfen.
- Die Generalinspektion erfolgt nach der vollständigen Entleerung und Reinigung.
- Ist der Wasserzufluss ausgeschlossen, prüfen die Experten den baulichen Zustand und die Einbausituation der Anlage. Sie kontrollieren, welche Entwässerungsstellen angeschlossen sind und stellen eventuelle Änderungen in der Installation fest.
- Neben Zustand, Funktion und Eignung prüfen fachkundige Personen im Zuge der Generalinspektion auch sämtliche Unterlagen. Dazu gehören allgemeine Angaben zur Anlage, das Wartungs- oder Betriebstagebuch und die Qualifikationen sachkundiger Personen.
Übrigens:
Viele Entsorger unterstützen Sie bei der Wartung der Fettabscheider. Sie übernehmen alle Arbeiten gemäß den gesetzlichen Vorgaben und gewährleisten einen sicheren sowie gesetzeskonformen Betrieb, auch ohne sachkundige Person im eigenen Unternehmen.
Tipp zur Sicherheit: Fettabscheider-Wartungsbuch führen
Wichtig zu wissen ist, dass Sie für Ihren Fettabscheider auch ein Wartungsbuch bzw. ein Betriebstagebuch führen müssen. In diesem tragen Sie alle Maßnahmen rund um Betrieb und Wartung der Anlage ein. Auch Störungen und Arbeiten, um diese zu beseitigen, sollten hier aufgeführt sein, um den zuverlässigen Betrieb lückenlos nachweisen zu können.
Die folgende Übersicht zeigt, was Sie im Wartungsbuch Ihres Fettabscheiders eintragen:
- Allgemeine Angaben: Standort der Anlage, Hersteller, Typ, Baujahr, Nenngröße (NS), Einbaudatum, Betreiber/verantwortliche Person, zuständige Entsorgungs- und Wartungsfirma
- Betriebliche Aufzeichnung: jede Maßnahme mit Datum und Uhrzeit, Name der ausführenden Firma, Art der Maßnahme (Entleerung, Reinigung, Spülen, Reparatur etc.), Menge des entsorgten Fettes/Schlamms, Entsorgungsnachweise mit Begleitschein-Nummer
- Angaben zur Wartung: Datum der Wartung sowie Eigenkontrolle, Name und Qualifikation des Wartungsunternehmens, Umfang der Wartung (Zustand der Innenflächen, Dichtungen, Ein- und Auslauf, Prallplatten/Trenneinrichtung, Probenahmeeinrichtung), festgestellte Mängel, empfohlene Maßnahmen, Bestätigung der Funktionsfähigkeit, Unterschrift des Wartenden
- Prüfungen und Kontrollen: wie Wartung plus Ergebnisse der Dichtheitsprüfung, Behördenkontrollen, Auflagen oder Hinweise der Behörden
- Störungen und Besonderheiten: Art der Störung (z. B. Geruchsbelästigung, Rückstau, Verstopfung), Datum/Uhrzeit, Ursache (falls bekannt), ergriffene Maßnahmen, Dauer der Störung
- Reparaturen und Änderungen: Datum, Beschreibung der Reparatur oder baulichen Änderung, verwendete Ersatzteile, ausführende Firma, Freigabe/Abnahme
- Unterschriften und Nachweise: Unterschrift Betreiber, Unterschrift Wartungsfirma, Entsorgungsnachweise, Prüfberichte, Wartungsprotokolle, Sachkundenachweis
Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht durchgeführt. Aus diesem Grund empfehlen wir, das Betriebs- und Wartungsbuch Ihres Fettabscheiders gründlich und gewissenhaft zu führen.
Wichtig zu wissen:
Das Führen eines Wartungsbuchs bzw. eines Betriebstagebuchs ist Pflicht, wenn Sie einen Fettabscheider betreiben. Das Buch muss dabei am Betriebsort verfügbar sein. Kommt es zu einer Kontrolle, müssen Sie es der zuständigen Behörde übergeben. Zulässig sind dabei in der Regel auch elektronische Wartungsbücher, sofern diese immer abrufbar sind.
Fettabscheider Wartung: Kosten der Arbeiten im Überblick
Wie viel die Fettabscheider Wartung kosten kann, hängt von der Art und der Größe der Anlage ab. Die folgende Tabelle gibt Richtwerte für eine überschlägige Kalkulation.
| Prüfung / Leistung | Kosten (Richtwerte) | Erklärung |
|---|---|---|
| Sachkundeprüfung / Sachkundeschulung | ca. 500 € – 1.000 € (einmalig) | Schulung zur Erlangung der Sachkunde, um monatliche Eigenkontrollen und ggf. die jährliche Wartung selbst durchführen zu dürfen. Die Kosten variieren je nach Anbieter, Umfang und Dauer der Schulung. |
| Jährliche Wartung | ca. 200 € – 600 € pro Jahr | Umfasst die Kontrolle der Innenflächen, Dichtungen, Ein- und Ausläufe sowie der technischen und elektrischen Komponenten. Festgestellte Mängel werden dokumentiert und Maßnahmen empfohlen. |
| Generalinspektion (alle 5 Jahre) | ca. 500 € – 1.500 € pro Prüfung | Umfassende Prüfung durch eine betriebsunabhängige, fachkundige Person. Beinhaltet die Kontrolle des baulichen Zustands, der Einbausituation, der Funktion sowie der technischen Unterlagen. |
| Reinigung & Entleerung | ca. 150 € – 400 € pro Einsatz | Vollständige Entleerung, Reinigung und fachgerechte Entsorgung der Fett- und Schlammreste. Die Kosten hängen von der Nenngröße, der Menge der Abfälle und der Zugänglichkeit der Anlage ab. |
Wichtig zu wissen:
Die Preise in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte, die abhängig von den örtlichen Gegebenheiten abweichen können. Für verbindliche Preise der Wartung von Fettabscheideranlagen empfehlen wir, individuelle Angebote einzuholen.
FAQs: Häufig gestellte Fragen zur Fettabscheider Wartung
Die regelmäßige Prüfung ist gesetzlich vorgeschrieben, weil die Anlagen Fette, Öle und Schwebstoffe zuverlässig aus dem Abwasser zurückhalten müssen. Ohne Wartungsarbeiten können sich Ablagerungen bilden, die zu Verstopfungen, Rückstau, Geruchsproblemen oder sogar Leckagen führen. Zudem würden ungefilterte Fette in die Kanalisation und Kläranlagen gelangen und dort erhebliche Schäden verursachen. Die Inspektion stellt somit den sicheren Betrieb sicher und schützt Umwelt, Infrastruktur und Betrieb gleichermaßen.
Fettabscheider unterliegen unterschiedlichen Prüf- und Wartungsintervallen. Eine monatliche Eigenkontrolle dient der Sichtprüfung und der Bestimmung des Fett- und Schlammspiegels. Entleerung und Reinigung erfolgen je nach Nutzung meist alle zwei bis vier Wochen. Zusätzlich ist mindestens einmal jährlich eine umfassende Wartung vorgeschrieben. Spätestens alle fünf Jahre muss eine Generalinspektion durch eine betriebsunabhängige, fachkundige Person durchgeführt werden.
Die monatliche Eigenkontrolle sowie die jährliche Wartung dürfen nur von sachkundigen Personen durchgeführt werden. Diese Sachkunde kann auch durch eine entsprechende Schulung innerhalb des eigenen Unternehmens erworben werden. Die Generalinspektion hingegen darf ausschließlich von einer externen, fachkundigen und zertifizierten Person erfolgen. Dadurch wird eine objektive und unabhängige Prüfung der gesamten Anlage sichergestellt.
Wer die vorgeschriebenen Wartungspflichten vernachlässigt, riskiert technische Ausfälle, hygienische Probleme und Schäden an der Abwasseranlage. Darüber hinaus drohen behördliche Maßnahmen wie Bußgelder, Auflagen oder im Extremfall die Stilllegung des Betriebs. Auch der Versicherungsschutz kann gefährdet sein, wenn Schäden auf mangelnde Wartungsarbeiten zurückzuführen sind. Regelmäßige Kontrolle ist daher nicht nur Pflicht, sondern auch ein wichtiger Schutz vor finanziellen Risiken.
Das Wartungsbuch/Betriebstagebuch dient als offizieller Nachweis dafür, dass alle vorgeschriebenen Kontrollen, Wartungsmaßnahmen und Entleerungen ordnungsgemäß durchgeführt wurden. Es dokumentiert den technischen Zustand der Anlage sowie alle Maßnahmen rund um Betrieb, Störungen und Reparaturen. Bei Kontrollen durch Behörden oder im Schadensfall ist das Wartungsbuch zwingend vorzulegen. Grundsätzlich gilt: Was nicht dokumentiert ist, gilt als nicht erfolgt.
Die Kosten für die Wartung eines Fettabscheiders hängen von der Größe der Anlage, der Nutzung und den regionalen Gegebenheiten ab. Für die regelmäßige Entleerung und Reinigung fallen in der Praxis meist etwa 150 bis 400 Euro pro Einsatz an. Die jährlichen Wartungsarbeiten liegen häufig zwischen 200 und 600 Euro. Eine Generalinspektion, die alle fünf Jahre erforderlich ist, kostet je nach Aufwand etwa 500 bis 1.500 Euro. Insgesamt ist eine regelmäßige Kontrolle deutlich günstiger als Notfallreparaturen oder behördliche Sanktionen.
Ja, viele Betreiber entscheiden sich für einen Komplettservice durch spezialisierte Entsorgungs- und Wartungsunternehmen. Diese übernehmen Entleerung, Wartung, Prüfungen und die vollständige Dokumentation im Wartungsbuch. Dadurch wird der organisatorische Aufwand reduziert und ein dauerhaft rechtskonformer Betrieb sichergestellt – auch ohne sachkundige Person im eigenen Unternehmen.