Gefahrstofflagerung: Säuretanks und Laugentanks nach AwSV

Autor: Johannes Partz / ✅ Aktualisiert am: 01.02.2026

Säuren, Laugen oder Stoffe wie Bitumen sind wichtig für den Betrieb. Geht es um die Lagerung der Gefahrstoffe, ist jedoch höchste Sorgfalt geplant. Neben entsprechenden Sicherheits- und Notfallplänen kommt es dabei auch auf die passenden Lagerbehälter an. Was diese auszeichnet und welche Materialien für Bitumen-, Laugen- oder Säuretanks zur Verfügung stehen, erklären wir in den folgenden Abschnitten. Erfahren Sie außerdem, wie Sie einfach für mehr Sicherheit sorgen, und nutzen Sie unsere Checkliste, um die Risiken der Gefahrstofflagerung zu minimieren.

Chemikalientank zur Gefahrsctofflagerung auf einem Firmengelände

Auf einen Blick: Die wichtigsten Infos in der Zusammenfassung

Die Lagerung von Säuren, Laugen und Bitumen unterliegt hohen Sicherheitsanforderungen. Denn wie bei vielen anderen Chemikalien handelt es sich dabei um wassergefährdende und teils gefährliche Stoffe.

  • Vorgaben für Tankauswahl, Aufstellung, Betrieb und Prüfung finden Sie in der AwSV.
  • Material, Volumen und Medium entscheiden über konkrete Anforderungen, Prüfpflichten und Genehmigungen für Ihren Chemikalientank.
  • Kunststoff-, Stahl- und Betontanks sind je nach Einsatzfall AwSV-konform nutzbar.

Mit der richtigen Tanklösung, der fachgerechten Aufstellung und regelmäßigen Kontrollen lassen sich Risiken minimieren und Sie gewährleisten den sicheren Betrieb langfristig.

Gefahrstofflagerung birgt hohe Risiken: Die höchsten im Überblick

Kommen Säuretanks oder Laugentanks zum Einsatz, handelt es sich in aller Regel um die Lagerung von Gefahrstoffen. Treten diese aus, können sie der Umwelt schaden. Nicht nur das: Die Stoffe können auch Menschen verletzen oder mit anderen Substanzen reagieren. Passiert Letzteres, sind selbst gefährliche Verpuffungen, Explosionen oder Brände nicht zu vermeiden. Die folgende Übersicht zeigt die größten Risiken der Gefahrstofflagerung auf einen Blick:

  • Leckagen und Austritte mit Gefahr für Boden und Gewässer
  • Korrosion und Materialversagen von Tanks, Leitungen und Armaturen
  • Gefährliche chemische Reaktionen bei Vermischung von Säuren und Laugen
  • Gesundheitsgefahren für Mitarbeitende (Verätzungen, Dämpfe, Aerosole)
  • Brand- und Explosionsrisiken durch Reaktionen mit Metallen oder anderen Stoffen

Zugelassene Säure-, Laugen- sowie Chemikalientanks helfen dabei, die Risiken zu minimieren. Sie gewährleisten eine hohe Sicherheit und erhöhen die Chance, dass Versicherungen für eventuelle Schäden aufkommen.

Technische Vorgaben: Anforderungen an Säure- und Laugentanks

Da es sich bei Chemikalien in Säure- und Laugentanks üblicherweise um wassergefährdende Stoffe handelt, ist bei der Lagerung in Tanks die AwSV einzuhalten. Die sogenannte „Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“ enthält Vorgaben an Tanks und Lagersysteme, die eine sichere Bevorratung der Gefahrstoffe sicherstellen. Neben der AwSV finden sich technische Anforderungen auch in der TRwS (Technische Regeln wassergefährdender Stoffe) sowie in einschlägigen Normen und Satzungen.

Diese Anforderungen müssen Säuretanks und Laugentanks erfüllen

Die Vorgaben der AwSV beziehen sich vor allem auf die Eigenschaften der Tanks. Denn diese müssen den teils aggressiven Chemikalien, Säuren und Laugen zuverlässig standhalten. Dabei gilt für Chemikalien-, Laugen- und Säuretanks Folgendes:

  • Tankanlagen müssen chemisch beständig sein.
  • Stabilität und Dichtheit haben oberste Priorität.
  • Es muss sich um doppelwandige Tanks handeln.
  • Alternativ ist eine große Auffangwanne vorzusehen.

Darüber hinaus sind Säuretanks und Laugentanks genau zu kennzeichnen. Sie müssen die Anlagen sicher aufstellen und vor Beschädigungen schützen. Wichtig sind außerdem regelmäßige Kontrollen, Prüfungen und Wartungsarbeiten, die Sie zu einem großen Teil in Eigenregie erledigen können.

Stahl, Kunststoff, Beton: Säure- und Laugentanks in der Übersicht

Möchten Sie einen Chemikalientank für die Gefahrstofflagerung mieten oder kaufen? Dann stehen heute verschiedene Lösungen zur Auswahl. Entscheiden können Sie sich dabei zwischen Tanklösungen aus Stahl, Kunststoff und Beton, wie die folgende Übersicht zeigt.

TankartTypische GrößenVorteileNachteileEinsatzbereiche
Stahltanks für Säuren und Laugen2.000 l – > 10.000 m³Sehr hohe Stabilität, große Volumina, hohe Temperatur- und Druckbeständigkeit, lange LebensdauerKorrosionsschutz zwingend erforderlich, regelmäßige Prüfung der Beschichtung, höherer Wartungs- und KostenaufwandGroß- und Industrietanks für die chemische Industrie, Prozess- sowie Abwasser- und Wassertechnik
Kunststofftanks (PE, PP, GFK)1.000 l – 200 m³Sehr gute Chemikalienbeständigkeit, geringes Gewicht, einfache Montage, geringer WartungsaufwandBegrenzte mechanische Festigkeit, eingeschränkte Temperaturbeständigkeit (materialabhängig), UV-Empfindlichkeit bei AußenaufstellungGefahrstofflagerung in der Wasseraufbereitung, Galvanik, Chemiebetrieben sowie Lebensmittel- und Industrieanlagen
Betontanks mit Innenbeschichtung100 m³ – >10.000 m³Sehr große Volumina möglich, hohe strukturelle Stabilität, lange NutzungsdauerHoher Planungs- und Bauaufwand, geringe Flexibilität, regelmäßige Instandhaltung der Auskleidung erforderlichIndustrietanks für Säuren und Laugen in der Prozesstechnik, insbesondere in Klär- und Abwasserbehandlungsanlagen

Stahltanks bieten eine sehr hohe mechanische Festigkeit und eignen sich für große Volumina sowie anspruchsvolle Betriebsbedingungen. Für die Lagerung von Säuren und Laugen kommen die Tanks dabei in der Regel mit Innenbeschichtungen, thermoplastischen Auskleidungen (z. B. PE, PP, PVDF) oder Gummierungen (Hart- oder Weichgummi) zum Einsatz. Diese sorgen für die chemische Beständigkeit und beugen der Korrosion vor. In Sonderfällen kommen auch Edelstähle zum Einsatz, wobei deren chemische Beständigkeit immer medienabhängig zu prüfen ist. Die Herstellung erfolgt meist individuell, abhängig von den entsprechenden Medien- und Projektanforderungen.

  • Einsatzbereiche: Groß- oder Industrietank für die chemische Industrie, die Prozess- und die Ab-/Wassertechnik
  • Größe: einige tausend Liter bis mehrere tausend Kubikmeter
  • Vorteile: sehr hohe Stabilität, große Volumina, hohe Temperatur- und Druckbeständigkeit, lange Lebensdauer.
  • Nachteile: Korrosionsschutz zwingend erforderlich, regelmäßige Prüfung der Beschichtung, höherer Wartungs- und Kostenaufwand.

Laugen- und Säuretanks aus Kunststoff bestehen meist aus Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) oder glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK). Sie zeichnen sich durch eine sehr gute chemische Beständigkeit aus und benötigen keinen zusätzlichen Korrosionsschutz. Kommen GFK-Tanks zum Einsatz, eignen sich diese je nach Harzsystem auch für höhere Temperaturen oder besonders aggressive Medien. Da Säure- oder Laugentanks aus Kunststoff in der Regel Serienprodukte sind, bekommen Sie diese häufig schnell und vergleichsweise günstig. Für besondere Anwendungen lassen sich die Tanks zur Gefahrstofflagerung aber auch individuell herstellen.

  • Größe: einige tausend Liter bis etwa 200 Kubikmeter
  • Vorteile: sehr gute Chemikalienbeständigkeit, geringes Gewicht, einfache Montage, geringer Wartungsaufwand
  • Nachteile: begrenzte mechanische Festigkeit, eingeschränkte Temperaturbeständigkeit (materialabhängig), UV-Empfindlichkeit bei Außenaufstellung
  • Einsatzbereiche: Chemietanks zur Gefahrstofflagerung in der Wasseraufbereitung, der Galvanik sowie in Chemiebetrieben, Lebensmittel- und Industrieanlagen

Betontanks sind die standsichersten Tanklösungen. Sie eignen sich daher auch für die dauerhafte Lagerung großer Volumina. Da Säuren und Laugen das Material angreifen, ist für diese Medien immer eine chemikalienbeständige Innenauskleidung erforderlich. Infrage kommen dabei Kunststoffbahnen, Gummi oder andere Beschichtungssysteme. Die Tanks werden meist ortsfest errichtet und sind nur mit hohem Aufwand nachträglich anpassbar. Zum Einsatz kommen Sie vor allem an Orten, an denen bereits Betonbauwerke vorhanden sind.

  • Einsatzbereiche: Industrietanks für Säuren und Laugen sowie andere Stoffe der Prozesstechnik (vorrangig in Klär- und Abwasserbehandlungsanlagen)
  • Größe: mehrere hundert bis mehrere tausend Kubikmeter
  • Vorteile: sehr große Volumina, hohe strukturelle Stabilität, lange Nutzungsdauer
  • Nachteile: hoher Planungs- und Bauaufwand, geringe Flexibilität, regelmäßige Instandhaltung der Auskleidung

Den passenden Tank finden:

Kunststofftanks sind für viele Standardanwendungen eine wirtschaftliche und AwSV-konforme Lösung. Geht es um Sonderanwendungen oder besonders große Volumina, punkten hingegen Stahltanks mit Beschichtung. Denn diese sind besonders robust und stabil. Für sehr große Volumina eignen sich auch Betontanks mit Auskleidung, die im Vergleich jedoch sehr teuer sind.

Aufstellung, Betrieb und Überprüfung gemäß AwSV-Vorgaben

Risiken minimieren: Darum geht es nicht nur bei der Auswahl geeigneter Chemikalientanks, sondern auch bei deren Aufstellung. Die grundlegenden Anforderungen dafür finden sich in den Paragrafen der Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV). Wir geben einen Überblick.

Tankgröße und Gefährdungsstufen bei der Gefahrstofflagerung

Welche Anforderungen bei Aufstellung, Betrieb und Prüfung zu beachten sind, hängt im Wesentlichen von der Art und dem Volumen des Mediums ab. § 39 der AwSV gibt dabei verschiedene Gefährdungsstufen vor, wie die folgende Tabelle zeigt.

Volumen (m³) / Masse (t)WGK 1WGK 2WGK 3
≤ 0,22 m³ oder 0,2 tStufe AStufe AStufe A
> 0,22 m³ oder 0,2 t ≤ 1Stufe AStufe AStufe B
> 1 ≤ 10Stufe AStufe BStufe C
> 10 ≤ 100Stufe AStufe CStufe D
> 100 ≤ 1.000Stufe BStufe DStufe D
> 1.000Stufe CStufe DStufe D

WGK steht dabei für die Wassergefährdungsklasse, die in der Regel aus der Produktbeschreibung/ dem Datenblatt der Medien hervorgeht. Je höher die Wassergefährdungsklasse ist und je mehr sie davon bevorraten, umso höher sind die Anforderungen der AwSV.

Genehmigung für Chemikalientanks:

Da es sich bei Laugen- und Säuretanks um Lager für wassergefährdende Stoffe handelt, ist in der Regel eine Anzeige bei der unteren Wasserbehörde Pflicht. Ob auch eine entsprechende Genehmigung erforderlich ist, hängt vom bevorrateten Medium und der Tankgröße ab. Eine verbindliche Antwort auf diese Frage bekommen Sie daher nur nach individueller Prüfung durch die zuständige Stelle in Ihrem Amt.

AwSV-Schutzziele und Vorgaben für Laugen- und Säuretanks

Unabhängig von der Größe der Laugen- und Säuretanks definiert die AwSV zahlreiche Schutzziele. Diese sollen bei der Lagerung wassergefährdender Stoffe eingehalten werden, um eine Kontamination der Umwelt zu verhindern. Im Folgenden fassen wir die wichtigsten Ziele und Vorgaben zusammen:

  • Rückhalteeinrichtungen (Auffangraum/-wanne): Wassergefährdende Stoffe dürfen nicht austreten. Um die Umwelt zu schützen, benötigen Sie daher doppelwandige Tanks oder Auffangwannen. Letztere müssen den gesamten Inhalt der Chemikalientanks aufnehmen können (§ 18 AwSV, § 21 AwSV).
  • Geeigneter Aufstellort (innen/außen): Die Anlagen zur Gefahrstofflagerung sind so anzuordnen, dass schädliche Gewässerverunreinigungen ausbleiben (§ 17 AwSV).
  • Schutz vor mechanischer Beschädigung: Wichtig ist es auch, Anlagen gegen vorhersehbare Einwirkungen, wie Anfahren oder Umstoßen, abzusichern. Möglich ist das etwa mit einem Rammschutz.
  • Trennung unverträglicher Stoffe (z. B. Säuren und Laugen): Stoffe, die gefährlich miteinander reagieren können, sind getrennt zu lagern oder durch geeignete Maßnahmen zu sichern:
  • Zugänglichkeit für Betrieb und Prüfungen: Anlagen müssen so aufgestellt sein, dass sie ordnungsgemäß betrieben, überwacht, gewartet und geprüft werden können
  • Kennzeichnung und Beschilderung: Anlagen sind eindeutig zu kennzeichnen, damit Art und Gefährdung des Stoffes erkennbar sind

Zudem kommt es darauf an, die Anlagen zur Gefahrstofflagerung vor dem Zugriff unbefugter zu schützen. Das soll Manipulation sowie Fehlbedienung verhindern und zur Sicherheit der Systeme beitragen.

Wichtig zu wissen:

Die AwSV enthält vor allem Schutzziele. Wie Sie diese technisch einhalten, geht aus den ergänzenden Technischen Regeln wassergefährdender Stoffe (TRwS) sowie aus bau- und zulassungsrechtlichen Vorgaben hervor. Wir empfehlen daher, Anlagen zur Gefahrstofflagerung immer individuell entsprechend den örtlichen Regularien zu planen und zu errichten. Fachplaner sowie Anbieter unterstützen Sie dabei.

Auf Besonderheiten bei Chemikalien- und Bitumentanks achten

Abhängig davon, welchen Stoff Sie bevorraten, können besondere Anforderungen bestehen. Der Fall ist das beispielsweise bei Bitumentanks. Diese sollten Sie unbedingt mit einer Heizung sowie einer Isolierung versehen, um das Erstarren der Masse zu verhindern. Ratsam ist außerdem eine Temperaturüberwachung, die unverzüglich auf Probleme hinweist und hilft, technische Probleme zu verhindern.

Bei Chemikalientanks kann es zudem erforderlich sein, Schutzkleidung vorzuhalten. Weiterhin ist hier teilweise eine Notdusche oder zumindest eine Not-Augenspülung vorzusehen, um Ihre Mitarbeiter im Falle eines Unfalls zu schützen.

Regelmäßige Kontrolle der Laugen- und Säuretanks ist Pflicht

Um die hohe Sicherheit auch im laufenden Betrieb zu gewährleisten, fordert die AwSV entsprechende Kontrollen. Diese sind regelmäßig von Fachpersonen durchzuführen. Zeitpunkte und Intervalle hängen von zwei Faktoren ab:

  • Der Wassergefährdungsstufe der Medien (abhängig von WGK und Menge)
  • Der Lage der Chemikalientanks (innerhalb/außerhalb von Wasserschutzgebieten)

Entsprechende Vorgaben finden Sie in Anlage 5 und Anlage 6 der AwSV. Da Säure- und Laugentanks grundsätzlich unterschiedliche Stoffe bevorraten können, ist eine pauschale Aussage zu Wartungs- und Prüfzeitpunkten an dieser Stelle leider nicht möglich.

Unser Tipp:

Führen Sie ein Anlagenbuch, das alle wichtigen Dokumente enthält. Neben Planungsunterlagen, Betriebsanweisungen und Notfallplänen können Sie darin auch sämtliche Wartungs- und Prüfprotokolle aufbewahren.

Allgemeine Sicherheitsvorkehrungen: Darauf sollten Sie achten

Neben den zahlreichen technischen Vorgaben gibt es auch einige Tipps für mehr Sicherheit bei der Gefahrstofflagerung. Wichtig ist es dabei zum Beispiel, ein Notfallset mit Bindemitteln vorzusehen, um Tropfmengen schnell aufnehmen zu können. Erstellen Sie außerdem einen Notfallplan und stellen Sie sicher, dass die erforderlichen Meldewege intern sowie extern bekannt sind. Wichtig für eine hohe Sicherheit ist es zudem, alle relevanten Mitarbeiter regelmäßig schulen zu lassen. Experten vermitteln dabei unter anderem, wie die Gefahrstofflagerung sicher erfolgt und was in Notfällen zu tun ist.

Checkliste: Sicherer Betrieb von Bitumen- und Chemikalientanks

Möchten Sie Säuren, Laugen oder andere Gefahrstoffe in Chemikalientanks lagern, sind einige Punkte zu beachten. Unsere Checkliste hilft dabei, an die wichtigsten Punkte zu denken und die größten Risiken zu vermeiden.

01

Allgemeine Pflichten des Betreibers:

  • Betriebsanweisungen sind vorhanden, aktuell und bekannt.
  • Mitarbeiter werden in regelmäßigen Abständen unterwiesen.
  • Die Zuständigkeit für Betrieb, Kontrolle und Notfall ist geregelt.

02

Tank und Aufstellung

  • Das Tankmaterial ist für Medium und Temperatur geeignet.
  • Tank, Leitungen und Armaturen sind dicht und unbeschädigt.
  • Rückhalteeinrichtungen sind vorhanden und dicht (wenn erforderlich).
  • Bei befahrbaren Anlagen ist ein Rammschutz vorhanden.
  • Der Tankinhalt ist eindeutig mit einer Beschilderung gekennzeichnet.

03

Betrieb und Befüllung

  • Die Grenzen der Befüllung sind bekannt und werden eingehalten.
  • Eine Überfüllsicherung ist vorhanden und funktionstüchtig (falls erforderlich).
  • Die Bewachung aller Befüllvorgänge ist immer sichergestellt.
  • Die Entlüftung der Chemikalientanks ist frei und funktionstüchtig.
  • Das Vermischen unverträglicher Stoffe ist ausgeschlossen.

04

Besonderheiten bei einigen Tanks

  • Tanks für temperaturabhängige Medien sind beheizt und isoliert (z.B. Bitumentanks).
  • Eine Temperaturüberwachung ist installiert und funktionstüchtig (falls erforderlich).
  • Die Überhitzung beheizter Tanks (auch an Hotspots) ist ausgeschlossen.
  • Bei Chemikalientanks steht für Notfälle Schutzkleidung griffbereit.
  • Notduschen und Augenspülungen sind funktionsfähig (falls erforderlich).
  • Dämpfe und Aerosole werden sicher abgeführt (bei Innenaufstellung).

05

Organisatorisches

  • Genehmigungen und Unterlagen zum Betrieb sind vorhanden.
  • Ein Notfall- und Alarmplan ist vorhanden.
  • Bindemittel und Notfallsets liegen bereit.
  • Meldewege sind intern und extern bekannt.
  • Alle Prüf- und Wartungsnachweise liegen vollständig vor.

Unser Tipp:

Ein kurzer täglicher Rundgang (5–10 Minuten) reduziert das Risiko von Störungen und AwSV-relevanten Ereignissen erheblich. Planen Sie diesen daher unbedingt in Ihren Tages-/Betriebsablauf ein, wenn Sie Bitumen-, Säure- oder Laugentanks aufstellen.

FAQ: Häufig gestellte Fragen und Antworten zur Gefahrstofflagerung

Gilt die AwSV für Säure- und Laugentanks immer?

In der Praxis ja, denn Säuren und Laugen sind in der Regel wassergefährdende Stoffe und fallen damit unter die Anforderungen der AwSV. Sobald Sie solche Medien in Tankanlagen lagern, müssen Tank, Aufstellung, Betrieb und Prüfungen so ausgelegt sein, dass keine schädliche Gewässerverunreinigung zu befürchten ist. Die AwSV beschreibt dabei vor allem Schutzziele, während TRwS und weitere Regelwerke die technische Umsetzung konkretisieren.

Welche Risiken sind bei Säure- und Laugenlagerung am größten?

Die größten Risiken entstehen durch Leckagen und Austritte, die Boden und Gewässer verunreinigen können, durch Korrosion bzw. Materialversagen an Tank und Armaturen sowie durch gefährliche Reaktionen bei Vermischung unverträglicher Stoffe. Zusätzlich bestehen erhebliche Gesundheitsgefahren für Mitarbeitende, etwa durch Verätzungen oder Dämpfe, und je nach Stoffkombination auch Brand- oder Explosionsrisiken. Genau deshalb sind geeignete, zugelassene Tanks und ein sicherer Betrieb so wichtig.

Brauche ich eine Genehmigung oder reicht eine Anzeige bei der Behörde?

Für viele Lagerungen ist mindestens eine Anzeige bei der zuständigen (unteren) Wasserbehörde erforderlich, während eine formale Genehmigung vom Medium, der Menge, dem Standort (z. B. Wasserschutzgebiet) und ggf. weiteren Rechtsbereichen abhängen kann. Eine pauschale Aussage ist daher nicht möglich, weil die Einstufung und die örtlichen Rahmenbedingungen entscheidend sind. Verlässlich klären lässt sich das nur über die zuständige Behörde bzw. eine fachliche Prüfung im Einzelfall.

Welche Tankart ist die richtige: Kunststoff, Stahl oder Beton?

Für viele Standardanwendungen sind Kunststofftanks (PE, PP, GFK) eine wirtschaftliche und sehr chemikalienbeständige Lösung, die zudem schnell verfügbar ist. Wenn besondere Anforderungen bestehen, etwa sehr große Volumina, höhere Temperaturen oder starke mechanische Belastungen, sind Stahltanks mit geeigneter Innenbeschichtung, Auskleidung oder Gummierung häufig die robustere Wahl. Betontanks mit Innenauskleidung kommen meist dann in Betracht, wenn sehr große Volumina dauerhaft benötigt werden oder bereits Betonbauwerke vorhanden sind, sind aber in der Regel mit höherem Planungs- und Bauaufwand verbunden.

Was muss ich im laufenden Betrieb unbedingt regelmäßig prüfen und dokumentieren?

Im laufenden Betrieb sind vor allem Dichtheit, Zustand von Tank, Leitungen und Armaturen, Funktion von Rückhalteeinrichtungen sowie die sichere Durchführung von Befüllvorgängen entscheidend. Auch Kennzeichnung, Schutz vor Beschädigung (z. B. Rammschutz) und die organisatorischen Maßnahmen wie Unterweisungen, Notfallplan und Notfallausrüstung gehören dazu. Die konkreten Prüfintervalle hängen von WGK, Menge (Gefährdungsstufe) und Standort ab; deshalb empfiehlt sich ein Anlagenbuch, in dem Sie Betriebsanweisungen, Prüf- und Wartungsnachweise sowie Notfalldokumente sauber bündeln.