Ölabscheider Wartung: Monatliche Eigenkontrolle und Generalinspektion

Autor: Marc Bode / ✅ Aktualisiert am: 04.05.2026

Öl- und Leichtflüssigkeitsabscheider schützen Umwelt und Kanalisation vor ölhaltigen Flüssigkeiten im Abwasser. Damit das zuverlässig funktioniert, sind die Anlagen regelmäßig zu kontrollieren. Wir erklären, wann die Ölabscheider-Wartung erfolgen sollte, was dabei zu beachten ist und in welchen Abständen eine Generalinspektion anfällt. Erfahren Sie außerdem, warum Sie besonderen Wert auf ein lückenlos geführtes Wartungsbuch zur Dokumentation der Ölabscheider-Wartung legen sollten.

Fachpersonen bei der Wartung eines Ölabscheiders

Auf einen Blick: Die wichtigsten Informationen zum Thema

  • Die monatliche Eigenkontrolle stellt den sicheren Betrieb des Ölabscheiders sicher und hilft, Schäden frühzeitig zu erkennen.
  • Die halbjährliche Wartung umfasst Arbeiten, wie die Reinigung, die Funktionsprüfung und die Dokumentation durch Experten.
  • Die Generalinspektion erfolgt alle 5 Jahre (in Wasserschutzgebieten alle 2,5 Jahre) durch zugelassene Sachverständige.
  • Eine Lückenlose Dokumentation im Wartungsbuch ist gesetzlich vorgeschrieben und sichert den Versicherungsschutz.

Ölabscheider-Wartung: Gründe für die regelmäßige Arbeit

Sie sorgt für eine zuverlässige Funktion, schützt die Umwelt und spart unterm Strich sogar bares Geld. Die Rede ist von der Wartung Ihres Ölabscheiders, die Sie bereits im Zuge der Bemessung planen und später regelmäßig durchführen (lassen) sollten. Die folgende Übersicht erklärt, warum sich das Aufschieben der Maßnahme nicht lohnt.

  • Gesetzliche Pflichten: Wartung und Generalinspektion von Ölabscheidern sind Pflicht. Wer dieser nicht nachkommt, muss mindestens mit hohen Bußgeldern rechnen.
  • Versicherungsschutz: Zudem kann es passieren, dass Versicherungen bei unsachgemäßem Betrieb der Anlage Zahlungen kürzen oder verweigern. In Anbetracht der potenziell hohen Umweltschäden kann das finanziell sehr schmerzlich sein.
  • Zuverlässiger Betrieb: Eigenkontrolle, Wartung und Generalinspektion der Ölabscheider helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und Störungen zu vermeiden. Das ermöglicht wiederum einen zuverlässigen Betrieb der Abscheider sowie aller daran angeschlossenen Anlagen.
  • Schutz der Umwelt: Die Kontrolle der Technik beugt Schäden vor. Sie verhindert, dass Öl in die Umwelt gelangt, und trägt damit deutlich zum Schutz letzterer bei.
  • Schutz der Belegschaft: Mit der Wartung des Ölabscheiders schützen Sie zudem Ihre Belegschaft. Denn aus- oder übergelaufene Abscheider können schmierige Böden und damit potenzielle Unfallquellen verursachen.

Nicht zuletzt hat die Wartung nach dem Kauf eines Ölabscheiders auch konkrete wirtschaftliche Vorteile. So ist die regelmäßige Überprüfung der Technik in der Regel günstiger als der Austausch von Teilen oder die Sanierung nach Schäden.

Wichtige Wartungsintervalle der Abscheider im Überblick

In puncto Wartung ist bei Öl- und Leichtflüssigkeitsabscheidern einiges zu beachten. So schreiben geltende Normen aktuell einmal im Monat eine Eigenkontrolle vor. Alle 6 bis 12 Monate müssen Sie eine komplette Wartung und alle 5 Jahre eine umfassende Generalinspektion durchführen lassen.

Infografik zeigt Intervalle der Wartung von Ölabscheidern

Die Übersicht zeigt, wann welche Wartungsarbeiten erforderlich sind und was dabei jeweils zu erledigen ist. Während Sie für die monatliche Eigenkontrolle und die halb-/jährliche Wartung eine sachkundige Person benötigen, darf die Generalinspektion am Ölabscheider nur von Sachverständigen oder zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden.

Alle 4 Wochen: Eigenkontrolle der Leichtflüssigkeitsabscheider

Den Einstieg in die Wartung der Ölabscheider macht die monatliche Eigenkontrolle. Hier geht es vor allem um eine Sichtprüfung der Anlage. Sachkundige Personen suchen dabei nach Undichtigkeiten, Beschädigungen sowie Verstopfungen. Sie kontrollieren den Schlamm- sowie den Ölstand und prüfen die Warnanlage, sofern diese vorhanden ist. Nach dem Abschluss aller Arbeiten tragen Prüfer die durchgeführten Arbeiten in das Wartungs- oder Betriebstagebuch der Anlage ein.

  • Turnus: monatlich
  • Aufgabe: Sichtprüfung, Kontrolle der Medienstände und Funktionsprüfung der Warnanlage
  • Prüfer: sachkundige Person

Fallen Probleme oder Schäden auf, sollten Sie diese zeitnah beheben lassen. Ist der Ölstand bereits bei 80 Prozent, steht zudem eine Entleerung an. Beide Punkte sind ebenfalls im Wartungsbuch des Ölabscheiders zu dokumentieren.

Wichtig zu wissen:

Sachkundige Personen sind grundsätzlich alle, die durch ihre Ausbildung oder eine entsprechende Schulung über die nötige Sachkunde verfügen. Neben Personen aus Ihrem Betrieb können das auch Fachleute der Hersteller, der Entsorgungsfirmen oder anderer Handwerksbetriebe sein.

Alle 6 Monate: Verpflichtende Inspektion durch Fachpersonen

Während es bei der monatlichen Eigenkontrolle des Ölabscheiders vor allem um die Sichtprüfung geht, schauen Experten alle sechs Monate genauer hin. Denn dann schreiben Normen die halbjährliche Wartung vor. Sachkundige Personen oder zertifizierte Fachbetriebe reinigen dabei Schlammfang sowie Abscheider. Sie messen die Schichtdicken der einzelnen Medien und prüfen die Dichtheit sowie die Funktionsfähigkeit aller Bestandteile. Abschließend nehmen die Fachleute eine Wasserprobe an der Probenahmestelle. Sie bestimmen den pH-Wert je nach Vorgabe und dokumentieren alles im Wartungstagebuch.

  • Turnus: halbjährlich (alle 6 Monate; bei Regenwasser oder Redundanz alle 12 Monate)
  • Aufgabe: Reinigung, Ölschichtmessung, Dichtheitsprüfung, pH-Wert, Dokumentation
  • Prüfer: sachkundige Person oder zertifizierter Fachbetrieb

Sichert der Abscheider nur eine andere Anlage ab oder handelt es sich um die Wasseraufbereitung von Regenwasser? Dann können Sie vom halbjährlichen auf einen jährlichen Turnus wechseln.

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Weitere Informationen

Alle 2,5 bis 5 Jahre: Die Generalinspektion am Ölabscheider

Um die Sicherheit der Anlage und aller Komponenten gewährleisten zu können, müssen Sie alle 5 Jahre eine Generalinspektion am Ölabscheider durchführen lassen. Wie beim TÜV am Auto nehmen Sachverständige oder zertifizierte Fachbetriebe die Anlage dabei ganz genau unter die Lupe. So prüfen Sie unter anderem die Dichtheit. Sie kontrollieren den Zustand aller Komponenten (auch Koaleszenzfilter, falls vorhanden) und der Warnanlage. Abschließend erstellen die Experten einen Prüfbericht. Dieser enthält auch entdeckte Mängel sowie Fristen für deren Beseitigung.

  • Turnus: alle 5 Jahre (alle 2,5 Jahre in Wasserschutzgebieten)
  • Aufgabe: Dichtheitsprüfung, Zustandsprüfung, Warnanlage, Prüfbericht mit Mängelbeseitigung
  • Prüfer: zugelassener Sachverständiger oder zertifizierter Fachbetrieb (AwSV)

Befindet sich die Anlage in einem Wasserschutzgebiet, ist die Generalinspektion am Ölabscheider sogar alle 2,5 Jahre erforderlich. Grund sind die schwerwiegenderen Auswirkungen einer möglichen Leckage.

Übrigens:

Die Vorgaben zur Ölabscheider-Wartung finden sich in den einschlägigen Gesetzen, Normen und Verordnungen. Dazu gehören:

  • das Wasserhaushaltsgesetz (WHG)
  • die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV)
  • die DIN EN 858-1/2 (europäische Norm für Leichtflüssigkeitsabscheider),
  • die DIN 1999-100 (nationale Ergänzung),
  • das DWA-M 167-1/2 (Merkblätter des Deutschen Vereins für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall)

Wichtig zu wissen ist, dass die genauen Intervalle je nach örtlicher Entwässerungssatzung oder behördlichen Auflagen abweichen können. Im Zweifel sollten Sie daher immer die Vorgaben der zuständigen Wasserbehörde oder des Herstellers beachten.

Übliche Kosten der Wartung am Ölabscheider im Überblick

Die Kosten der Wartung hängen grundsätzlich vom erforderlichen Umfang der Arbeiten sowie von der Größe der Anlage ab. Geben Sie die monatliche Kontrolle in Auftrag, fallen dafür etwa 100 bis 250 Euro an. Die halbjährliche Wartung kostet üblicherweise zwischen 150 und 500 Euro und die Generalinspektion am Ölabscheider schlägt mit 500 bis 1.500 Euro zu Buche. Hinzu kommen die Kosten für die Entleerung und die Entsorgung der Reststoffe in Höhe von 200 bis 600 Euro. Lassen Sie sich oder einen Mitarbeiter zur sachkundigen Person weiterbilden, fallen Kosten von etwa 200 bis 500 Euro an. Die folgende Tabelle zeigt die Ausgaben noch einmal im Überblick.

LeistungIntervallKosten (ca.)Anmerkungen
SachkundeschulungEinmalig200 bis 500 €Pro Person, Gültigkeit meist unbegrenzt (Auffrischung empfohlen).
Monatliche KontrolleAlle 4 Wochen100 bis 250 €Pro Wartung, inkl. Dokumentation.
Halbjährliche WartungAlle 6 Monate150 bis 400 €Pro Wartung, inkl. Dokumentation.
GeneralinspektionAlle 5 Jahre500 bis 1.200 €Inkl. Dichtheitsprüfung und Prüfbericht.
Entsorgung der AbscheiderinhalteBei Bedarf200 bis 600 €Abhängig von Füllstand und Abfallart (z. B. Ölschlamm).

Wichtig zu wissen ist, dass die Kosten im Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen können. Eine verbindliche Auskunft bekommen Sie daher nur mit einem individuell kalkulierten Angebot.

Mit Wartungsvertrag Kosten sparen und Sicherheit steigern

Bei wiederkehrenden Aufgaben wie der Wartung und Inspektion von Abscheideranlagen lohnt es sich, Firmen langfristig zu beauftragen. Möglich ist das mit einem Wartungsvertrag, der meist über vier oder fünf Jahre läuft. In dieser Zeit kümmern sich Fachleute um die anfallenden Arbeiten. Sie bieten dafür einen festen Preis an und schaffen damit finanzielle Sicherheit. Zudem honorieren viele Firmen die Vergabe langfristiger Wartungsverträge mit besseren Konditionen. Sie können auf diese Weise also Kosten sparen und gleichzeitig für ein hohes Maß an Sicherheit sorgen.

FAQ: Häufige Fragen zu Wartungsarbeiten an Abscheidern

Warum ist die regelmäßige Wartung eines Ölabscheiders verpflichtend?

Die Wartung erfüllt gesetzliche Vorgaben aus Wasserrecht und Normen. Unternehmen vermeiden Bußgelder und sichern den rechtskonformen Betrieb ihrer Anlage. Gleichzeitig schützen sie Umwelt und Infrastruktur vor Schäden durch austretende Leichtflüssigkeiten.

Welche Konsequenzen drohen bei fehlender Wartung?

Unternehmen riskieren hohe Bußgelder, Einschränkungen beim Versicherungsschutz und im Schadensfall erhebliche finanzielle Belastungen. Zusätzlich steigt die Wahrscheinlichkeit von Betriebsstörungen und Umweltverunreinigungen deutlich.

Wer darf die einzelnen Wartungsarbeiten durchführen?

Die monatliche Eigenkontrolle übernimmt eine sachkundige Person aus dem eigenen Betrieb oder ein externer Dienstleister. Für die halbjährliche Wartung kommen ebenfalls sachkundige Fachkräfte zum Einsatz. Die Generalinspektion führen ausschließlich zugelassene Sachverständige oder zertifizierte Fachbetriebe durch.

Welche Rolle spielt das Wartungsbuch beim Ölabscheider?

Das Wartungsbuch dokumentiert alle Kontrollen, Wartungen und Mängel. Behörden verlangen diese Nachweise bei Prüfungen. Unternehmen sichern damit Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ihren Versicherungsschutz.

Wie lassen sich Wartungskosten optimieren?

Ein Wartungsvertrag sorgt für planbare Kosten und regelmäßige Termineinhaltung. Unternehmen vermeiden teure Reparaturen, da Fachkräfte Probleme frühzeitig erkennen und beheben.

Wann lohnt sich eine interne Schulung zur sachkundigen Person?

Eine Schulung lohnt sich, wenn Unternehmen die monatliche Eigenkontrolle selbst durchführen möchten. Sie sparen langfristig Kosten und erhöhen gleichzeitig die Reaktionsgeschwindigkeit bei Auffälligkeiten.

Autor: Marc Bode

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