Ob in der Landwirtschaft, bei Events oder in Gebäuden: Entsteht Abwasser, ist dieses entweder in die Kanalisation, in eine Kläranlage oder in eine Abwassersammelgrube einzuleiten. Funktioniert das nicht, kommt ein Abwassertank (auch Fäkalientank) infrage. Dabei handelt es sich um stabile und dichte Behälter, die zur Aufnahme fäkalienhaltiger Abwässer zugelassen sind. Wir zeigen, welche Abwassertanks zur Verfügung stehen, wie Sie den richtigen finden und worauf es im Betrieb ankommt. Außerdem nennen wir Richtwerte für die Kosten typischer Fäkalientanks.

Die Themen im Überblick:
Auf einen Blick: Die wichtigsten Infos zu Abwassertanks
Abwasser- und Fäkalientanks ermöglichen die sichere Sammlung und fachgerechte Entsorgung von Grau- sowie Schwarzwasser – überall dort, wo kein Kanalanschluss vorhanden ist oder eine Zwischenpufferung erforderlich wird.
- Einsatz in Wohngebäuden, Landwirtschaft, Gewerbe, Industrie sowie auf Baustellen und Events
- Verfügbar in unterschiedlichen Materialien wie PE, GFK, Stahl oder Edelstahl – je nach Volumen und Anforderung
- Planung nach Abwassermenge, Einbaulage, gesetzlichen Vorgaben und gewünschtem Entleerungsintervall
Im folgenden Beitrag erfahren Sie, welche Tankarten es gibt, wie Sie die richtige Größe bestimmen und welche Kosten sowie Prüfpflichten zu beachten sind.
Abwasser-/Fäkalientanks: Angebote und typische Kosten
Möchten Sie einen Abwassertank kaufen, stehen heute Produkte in verschiedensten Größen und Abmessungen zur Wahl. So gibt es etwa große Rundtanks für die ober- oder unterirdische Aufstellung. Ist die Einbauhöhe begrenzt, können Sie stattdessen einen Abwassertank in flacher Ausführung oder einen mobilen Unterbautank für Toilettencontainer kaufen. Die folgende Tabelle zeigt aktuelle Angebote im Überblick.
| Tank (Typ) | Abmessungen | Beschreibung (Material, Eigenschaften etc.) | Preis (brutto) |
|---|---|---|---|
| Abwassertank 1000 Liter | 2,00 × 0,90 × 1,00 m | Kunststoff-Abwassertank aus PE, nahtlos, für unterirdische Sammlung häuslicher Abwässer; einfach installierbar, robust gegen Reinigungsmittel. | ab ca. 600–750 € |
| Abwassertank 1500 Liter | 2,10 × 1,10 × 0,80 m (Flachtank) | PE-Tank mit flacher Bauform, gut bei begrenzter Einbautiefe; chemisch beständig und langlebig. | ab ca. 800–1.000 € |
| Abwassertank 2000 Liter | 2,20 × 2,00 × 1,20 m (flach) oder 2,30 × 1,40 × 1,50 m (rund) | Kunststoffbehälter für mittelgroße Abwasservolumen; oft DIBT-konform. | ab ca. 1.200–1.600 € |
| Abwassertank 3000 Liter | 2,30 × 1,40 × 1,50 m (rund) | Klassischer Kunststoff-Sammelbehälter mit großer Kapazität; nahtlos gefertigt, geringes Risiko für Undichtigkeiten. | ab ca. 1.400–1.900 € |
| Abwassertank 4000 Liter | 2,80 × 1,50 × 1,60 m | Größere Kunststofflösung für Haushalte mit höherem Abwasseraufkommen, stabile Konstruktion und viele Einsatzoptionen. | ab ca. 1.900–2.400 € |
| Abwassertank 5000 Liter | 3,00 × 1,60 × 1,80 m | PE-Tank mit DIBT-Eignungsnachweis möglich, ideal für mittlere Objektgrößen und längere Entleerungsintervalle. | ab ca. 2.300–2.900 € |
| Abwassertank 6000 Liter | 3,20 × 1,80 × 1,90 m | Kunststofftank am oberen Ende des mittleren Volumenspektrums; PE-Material reduziert Korrosionsrisiko. | ab ca. 2.800–3.500 € |
| Abwassertank 8000 Liter | 3,50 × 2,00 × 2,00 m | Große Kunststofflösung für hohe Abwassermengen, robuste Bauform für Dauerbetrieb. | ab ca. 3.800–4.500 € |
| Abwassertank 10.000 Liter | 4,00 × 2,00 × 2,20 m | Sehr großer Kunststoffspeicher, geeignet für Wohnanlagen oder Gewerbe; Standardvolumen für große Sammelbehälter. | ab ca. 4.500 € |
| Stahltank Abwasser (einwandig/ unterirdisch) | 5,00 × 2,00 × 2,20 m (zylindrisch liegend) | Stahl-Behälter nach EN 12285 mit einwandiger Wand; für große Abwasservolumina im Untergrund, mechanisch robust und langlebig. | Preis auf Anfrage |
| Stahltank Abwässer (doppelwandig / unterirdisch) | 5,20 × 2,20 × 2,40 m | Doppelwandige Stahllösung mit sekundärer Wand für erhöhte Sicherheit gegen Leckagen; optional SLW-bewährt für Verkehrsflächen. | Preis auf Anfrage |
| Stahltank Abwässer (oberirdisch) | 4,50 × 1,80 × 2,00 m (zylindrisch mit Sattelfüßen) | Oberirdisch aufstellbarer Stahlbehälter mit Norm-Bauform; oft mit Sattelfüßen und lackierter Außenhaut. | Preis auf Anfrage |
| Edelstahltank Abwässer (doppelwandig) | 5,00 × 2,00 × 2,30 m | Tank mit Innenmantel aus Edelstahl (korrosionsbeständig) und Stahl-Außenmantel mit Beschichtung; geeignet für aggressive oder sensible Medien. | Preis auf Anfrage |
| Abwassertank nach Maß | nach Auftrag | Individuell hergestellter Abwassertank nach Maß, aus Stahl oder Kunststoff | Preis auf Anfrage |
| GFK- Abwassertank 5.000 Liter | 6,50 x 1,00 m (zylindrisch liegend) | Glasfaserverstärkter Kunststofftank mit hoher struktureller Festigkeit und guter chemischer Beständigkeit. Besonders formstabil bei höherer Erdüberdeckung und längeren Entleerungsintervallen. Mit DIBt-Zulassung. | ab ca. 3.290 € |
| GFK- Abwassertank 8.500 Liter | 8,10 x 1,20 m (zylindrisch liegend) | Großvolumiger GFK-Behälter für unterirdische Installation; widerstandsfähig gegen mechanische Belastungen und aggressive Medien. Geeignet für Mehrfamilienhäuser oder gewerbliche Nutzung. Mit DIBt-Zulassung. | ab ca. 5.000 € |
| GFK- Abwassertank 12.000 Liter | 8,20 x 1,44 m (zylindrisch liegend) | Stabiler Verbundtank aus Harz und Glasfasern; hohe Tragfähigkeit und lange Lebensdauer. Besonders geeignet bei höheren statischen Anforderungen. Mit DIBt-Zulassung. | ab ca. 6.350 € |
| GFK- Abwassertank 20.000 Liter | 6,60 x 2,00 m (zylindrisch liegend) | Großtanklösung für gewerbliche oder kommunale Anwendungen; hohe Formstabilität und chemische Resistenz auch bei anspruchsvollen Abwässern. Mit DIBt-Zulassung. | ab ca. 16.000 € |
| GFK- Abwassertank 50.000 Liter | 11,50 x 2,44 m (zylindrisch liegend) | Sehr großer Erdtank für Industrie und Infrastruktur; robust, langlebig und geeignet für lange Entleerungszyklen. Mit DIBt-Zulassung. | ab ca. 27.900 € |
Die Angaben in der Tabelle verstehen sich als Richtwerte – Zwischengrößen sind erhältlich. Die Abmessungen der Abwassertanks weichen unter Umständen ab – das gilt vor allem für Abwassertanks aus Kunststoff oder GFK mit DIBt-Zulassung.
Tanks für fäkalienhaltiges Abwasser: Die Einsatzbereiche
In der Landwirtschaft, der Industrie, dem Gewerbe, im Wohnbereich und auch auf Events sammeln Abwasser- und Fäkalientanks fäkalienhaltiges Abwasser. Sie ersetzen damit den Anschluss an eine Kanalisation und funktionieren wie eine Abwassersammelgrube. Der Vorteil: Auch ohne entsprechende Infrastruktur lassen sich Abwässer gesetzeskonform und umweltschonend sammeln und abführen. Die folgende Übersicht zeigt häufige Einsatzbereiche:
Weit verbreitet ist der Einsatz von Abwassertanks im Wohnbereich. Hier ersetzen die Anlagen Abwassersammelgruben zum Auffangen von häuslichem Grau- und Schmutzwasser. Die Anlagen kommen in Wohnhäusern, Wochenend- sowie Ferienhäusern zum Einsatz und ermöglichen eine komfortable Nutzung der Anwesen.
Wie auf Baustellen kommen Abwassertanks zum Mieten oder Kaufen auch auf Events zum Einsatz. Hier eignen sich vor allem mobile Lösungen, da der Einsatz in der Regel nur von kurzer Dauer ist. Infrage kommen dabei frei aufstellbare Kunststofftanks mit DIBt-Zulassung, spezielle Unterflurtanks für Container oder mobile Abwassertanks auf fahrbaren Anhängern.
Werkstätten, Produktionsstätten und Autowaschanlagen erzeugen ebenso viel Abwasser, das nicht einfach in die Umwelt fließen darf. Abwassertanks (unterirdisch oder oberirdisch) sammeln die Medien und halten diese bis zum Abfahren sicher vor. Zu beachten ist, dass in den Abwässern von Gewerbe- und Industriebetrieben auch aggressive Medien vorhanden sein können. Ist das der Fall, empfiehlt es sich, einen Stahl- oder Edelstahl-Abwassertank zu kaufen.
Genau wie Freizeitparks entstehen auch Campingplätze häufig auf der grünen Wiese. Fehlt hier die nötige Infrastruktur, lassen sich Kanalanschlüsse vorübergehend oder dauerhaft mit einem Abwassertank ersetzen. Abhängig von den Einsatzbedingungen, der geplanten Nutzungsdauer und den Gegebenheiten vor Ort können Sie den Abwassertank dabei unter- oder oberirdisch aufstellen.
Auf dem Land sind Abwassertanks ebenfalls gefragt. Das gilt vor allem dann, wenn Betriebe der Land- und Tierwirtschaft keinen ausreichend dimensionierten Kanalanschluss haben. Aber auch dann, wenn es um die Trennung von häuslichen Abwässern und Gülle geht, können Sie einen Abwassertank kaufen.
In der Öffentlichkeit kommen die Tankanlagen häufig in Parks oder an Autobahnen zum Einsatz. Sie ergänzen dabei abgelegene Toilettenanlagen, die sich sonst nirgends anschließen lassen würden.
Übrigens: Auch in Wohnmobilen und Campern sind Abwassertanks im Einsatz. Typischerweise handelt es sich dabei entweder um flache Unterflurtanks oder um rollbare Abwassertanks (Rolltanks). Durch das geringere Volumen fallen die technischen Anforderungen dabei meist geringer aus.
Bauarten & Materialien: Eigenschaften der Abwassertanks
Während Wasser- und Chemikalientanks häufig aus Beton oder Edelstahl gefertigt werden, bestehen Abwasser- und Fäkalientanks zumeist aus Kunststoff. Denn dieser ist hinreichend robust, stabil und langlebig. Darüber hinaus verfügen Kunststoff-Abwassertanks mit DIBt-Zulassung über ein geringes Gewicht. Sie lassen sich dadurch gut transportieren und oft auch ohne spezielle Technik einbauen. Was die verschiedenen Materialien ausmacht und wann welches zum Einsatz kommt, wenn Sie einen Abwassertank kaufen möchten, zeigt die folgende Übersicht.
Kunststofftanks sind besonders leicht. Sie lassen sich gut transportieren und auch ohne spezielle Technik ober- oder unterirdisch einbauen. Herstellen lassen sie sich üblicherweise im Rotationsverfahren, bei dem monolithische Abwassersammelbehälter ohne Schweißnähte entstehen. Kunststoff ist zudem nicht korrosionsgefährdet. Es hält häuslichen Abwässern, Reinigungsmitteln und vielen organischen Stoffen stand und ist hinreichend robust.
- Typische Größen: 1.000 bis 15.000 Liter (Standardbereich) bzw. bis ca. 30.000 Liter bei Sonderausführungen und Abwassertank nach Maß
- Einsatzbereiche: Einfamilienhäuser ohne Kanalanschluss, Wochenendhäuser, Campingplätze, kleine Gewerbebetriebe
- Einbaulagen: unterirdisch (Erdtank oder Flachtank) sowie oberirdisch mit UV-Schutz
- Vorteile: absolut korrosionsfrei, geringes Eigengewicht, nahtlose Bauweise, wirtschaftlich im kleinen und mittleren Volumenbereich, häufig mit DIBt-Zulassung
GFK-Tanks bestehen aus Kunstharz und Glasfasermatten. Sie bieten trotz des relativ geringen Gewichts eine hohe Festigkeit und eignen sich vor allem für große Volumina. Das Abwasser bevorraten die überwiegend zylindrischen Tanks dabei zuverlässig unter- oder oberirdisch. Ein weiterer Vorteil: GFK-Abwassertanks sind mit DIBt-Zulassung erhältlich. Sie halten aggressiven Medien stand und weisen eine hohe Formstabilität auf.
- Typische Größen: 5.000 bis 50.000 Liter, teilweise mehr
- Einsatzbereiche: Mehrfamilienhäuser, Gewerbebetriebe, Landwirtschaft, kommunale Anlagen
- Einbaulagen: unterirdischer Einbau, Großvolumentanks im Erdreich, teilweise oberirdische Industrieanlagen
- Vorteile: hohe strukturelle Stabilität, größeres Tankvolumen, gute chemische Beständigkeit, längere Entleerungsintervalle möglich
Stahltanks kommen zum Einsatz, wenn sehr viel Abwasser zu bevorraten ist. Sie punkten mit einer besonders hohen Stabilität und halten bei entsprechender Pflege und Wartung viele Jahre. Da das Metall korrosionsgefährdet ist, benötigen Fäkalientanks aus Stahl jedoch eine Innenbeschichtung, die Experten regelmäßig prüfen müssen. Nachteilig ist auch das hohe Gewicht, durch das die Aufstellung nur mit Kran gelingt.
- Typische Größen: 10 000 bis 100 000 Liter; Industrieanlagen teils deutlich größer
- Einsatzbereiche: Industrie, Landwirtschaft, Großanlagen ohne Kanalanschluss, Baustellen und Infrastrukturprojekte
- Einbaulagen: (klassischer Erdtank, teilweise Lkw-befahrbar), oberirdisch mit Sattelfüßen
- Vorteile: sehr hohe mechanische Belastbarkeit, geeignet für Verkehrsflächen, große Volumina realisierbar, langlebig bei fachgerechter Beschichtung
Edelstahl-Tanks weisen eine sehr hohe chemische Beständigkeit auf. Sie sind vor Korrosion geschützt und sehr stabil. Durch die höheren Kosten kommen Abwassertanks aus Edelstahl jedoch nur bei besonders hohen Anforderungen zum Einsatz – etwa in Industrieanlagen mit aggressiven Abwässern. Hier lassen sich die Tanks wahlweise ober- oder unterirdisch betreiben.
- Typische Größen: 10.000 bis 50.000 Liter, Abwassertank nach Maß möglich
- Einsatzbereiche: Industrie mit aggressiven Abwässern, Lebensmittelproduktion, chemische Prozesse, Anlagen mit erhöhten Hygieneanforderungen
- Einbaulagen: oberirdisch sowie unterirdisch
- Vorteile: sehr hohe chemische Beständigkeit, hygienisch unbedenklich, lange Lebensdauer, geringer Wartungsaufwand
Der Standard: Für private Haushalte und kleinere Objekte sind PE-Abwassertanks bis zu etwa 10.000 Litern die wirtschaftlichste und am häufigsten eingesetzte Lösung; bei größeren Volumina oder höheren statischen Anforderungen kommen GFK-Tanks zum Einsatz, während Stahl- oder Edelstahltanks vor allem im gewerblich-industriellen Bereich mit sehr großen Mengen oder anspruchsvollen Medien als Standard gelten.
Die richtige Größe der Tanks: Tipps für die Auslegung
Damit Abwasser- und Fäkalientanks ihre Aufgabe zuverlässig erfüllen, kommt es auf eine optimale Planung an. Wichtig ist es dabei, Tankinhalt, Material und Aufstellung passend zum Einsatzfall zu wählen. Die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft dabei.
Noch einfacher geht es mit unserem kostenfreien Rechner. Beantworten Sie die wichtigsten Fragen zu Ihrem Vorhaben, und wir schlagen einen passenden Abwasser-/Fäkalientank vor.
Abwassertank Auslegung
Empfohlene Tankauswahl
Empfohlenes Volumen:
Material:
Bauform:
Technische Hinweise:
Wichtig zu wissen: Die Empfehlung ist unverbindlich. Wir empfehlen, vor der Anschaffung eine individuelle Planung durch einen Experten aus Ihrer Region. Dieser berücksichtigt alle örtlichen Gegebenheiten und zeigt, welcher Tank am besten passt.
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Schritt 1: Rahmenbedingungen und Anforderungen klären
Im ersten Schritt geht es zunächst um die Medien, die der Tank auffangen soll. Üblich sind Grauwasser (Dusche/Waschbecken/Spüle), Schwarzwasser (Abwasser mit Fäkalien aus Toiletten) oder beides. Definieren Sie, ob aggressive Medien oder Reinigungsmittel im Abwasser sind, und legen Sie die Nutzung fest. Entscheidend ist dabei, ob Tanks dauerhaft (Wohngebäude), zeitweise (Wochenendhaus) oder nur vorübergehend (Event) im Einsatz sind. Auch die Art der Entsorgung ist im ersten Schritt zu bestimmen. Möglich ist dabei das Abfahren per Saugwagen, das Anschließen an eine Kleinkläranlage oder das Anschließen an die Kanalisation bei Puffertanks.
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Schritt 2: Abwassermenge schätzen und Größe bestimmen
Stehen die Rahmenbedingungen fest, geht es um die richtige Größe des Tanks. Entscheidend sind dabei in der Regel zwei Parameter:
- Wie viel Wasser fällt pro Tag an?
- Wie lange soll der Tank das Abwasser halten?
Die tägliche Abwassermenge hängt von der Nutzung der Anlage und der Anzahl der Personen ab. In Wohngebäuden können Sie hier je nach Komfort mit 80 bis 150 Litern pro Person und Tag rechnen (Empfehlung: 120 Liter pro Person und Tag).
Legen Sie im nächsten Schritt das Entleerungsintervall fest und multiplizieren Sie auch einen Sicherheitszuschlag für Totraum im Tank und Spitzenlasten. Nutzen Sie dazu die folgende Gleichung:
- Abwassertank-Größe = Abwasser pro Person und Tag x Anzahl der Personen x Tage bis zur Leerung x Sicherheitszuschlag (individuell)
Wichtig zu wissen: Handelt es sich um einen landwirtschaftlichen Betrieb oder eine Gewerbe-/Industrieanlage, sind die Abwassermengen betriebsabhängig zu planen.
Richtwerte für den Abwasseranfall pro Tag:
- Ferienhaus/Ferienwohnung: 60 bis 130 Liter pro Person und Tag
- Event als Tagesveranstaltung (2 bis 3 h): 3 bis 10 Liter pro Person und Tag
- Event als Tagesveranstaltung (4 bis 6 h): 5 bis 15 Liter pro Person und Tag
- Festival ohne Dusche (ganztägig): 15 bis 25 Liter pro Person und Tag
- Festival mit Dusche (ganztägig): 30 bis 60 Liter pro Person und Tag
- Baustellen-WC mit Dusche und Waschbecken: 30 bis 50 Liter pro Person und Tag
- Event mit Catering: 10 bis 20 Liter pro Person und Tag
- Event mit Catering und Spülbetrieb: 15 bis 30 Liter pro Person und Tag
- Baustellen-WC ohne Dusche und Waschbecken: 5 bis 15 Liter pro Person und Tag
- Baustellen-WC ohne Dusche, mit Waschbecken: 10 bis 25 Liter pro Person und Tag
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Schritt 3: Einbaulage und Form des Abwassertanks festlegen
Wissen Sie, wie viel Abwasser der Tank vorhalten muss, geht es um die Auswahl der Bauform. Diese hängt vor allem von der Einbaulage ab, wie die folgende Übersicht zeigt:
- Unterirdische Aufstellung mit genügend Einbautiefe: Rundtank, liegend
- Unterirdische Aufstellung mit geringer Einbautiefe (zum Beispiel über Fels oder Grundwasser): Flachtank
- Oberirdische Aufstellung: zylindrischer Tank in liegender oder stehender Ausführung mit Frost-, UV- und Anprallschutz
Entscheiden Sie sich für einen unterirdischen Abwassertank, sollten Sie außerdem den Grundwasserspiegel und die Hochwassergefahr prüfen. Denn wenn das Wasser sehr hoch stehen kann, kommt es unter Umständen zum Aufschwimmen. Um das zu verhindern, benötigen Sie eine Auftriebssicherung.
Wichtig ist es an dieser Stelle auch, die Belastung von oben zu prüfen. Muss der Abwassertank (unterirdisch) Lkws oder Pkws standhalten, ist das bei der Auswahl zu berücksichtigen.
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Schritt 4: Material des Abwassertanks auswählen
Im nächsten Schritt geht es um das Material des Abwasser- und Fäkalientanks. Entscheidend ist dabei neben der Größe vor allem die Art der eingeleiteten Medien. Geht es um Grau- oder Schwarzwasser in geringen bis mittleren Mengen, kommt dabei Kunststoff infrage. Bei größeren Volumen empfiehlt sich GFK und bei Industrieanlagen Stahl oder Edelstahl (bei aggressiven Medien).
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Schritt 5: Ausstattung und Zubehör für den Abwassertank
Nun steht fest, wie der Tank beschaffen sein muss. Was fehlt, ist die benötigte Ausstattung. Definieren Sie also, welche Anschlüsse der Tank haben muss und wie groß diese sein sollten. Entscheiden Sie, ob ein Absauganschluss nötig ist und wie Sie den Füllstand kontrollieren möchten. Sinnvoll ist es dabei, eine Füllstandsanzeige am Abwassertank zu montieren. Wichtig sind außerdem Revisions- und Reinigungsöffnungen, um eine unkomplizierte Wartung zu ermöglichen.
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Schritt 6: Genehmigungen einholen, Wartungsplan aufstellen
Im letzten Schritt der Planung geht es darum, entsprechende Genehmigungen einzuholen. Prüfen Sie außerdem, welche Wartungs-/Kontrollpflichten bestehen, und stellen Sie einen entsprechenden Plan auf. Entscheidend sind dabei lokale Anforderungen (Gemeinde/Untere Wasserbehörde), Gesetze und Verordnungen (Wasserhaushaltsgesetz, Verordnung über Umgang mit wassergefährdenden Stoffen) sowie Einbauhinweise der Hersteller – zum Beispiel in Bezug auf Bettung, Verfüllung und Verdichtung der Grube.
Wichtig zu wissen: Ob eine Genehmigung erforderlich ist, hängt immer von den bevorrateten Medien, der Größe des Abwassertanks und von der Region ab. Wir empfehlen daher, jedes Vorhaben zunächst mit der entsprechenden Stelle (untere Wasserbehörde, Bauamt etc.) abzustimmen. Gleiches gilt im Übrigen für Prüf- und Kontrollpflichten. Auch diese hängen von Medium, Menge und Einbaulage ab.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Abwasser-/Fäkalientanks
Ein Abwasser- oder Fäkalientank ist immer dann sinnvoll, wenn kein Kanalanschluss vorhanden ist oder Abwasser nur zwischengespeichert werden darf. Typische Einsatzfälle sind Wohnhäuser ohne Anschluss, Ferienhäuser, Baustellen- und Sanitärcontainer, Events, Campingplätze sowie Gewerbe- und Industriebetriebe als Puffer- oder Sammellösung bis zur Entsorgung.
PE ist der leichte, korrosionsfreie Standard für kleine bis mittlere Volumen und eignet sich gut für den unterirdischen Einbau (Rund- oder Flachtank). GFK ist formstabiler und ideal für größere Volumen sowie höhere Erdüberdeckungen. Stahl ist extrem belastbar und wird häufig bei sehr großen Mengen oder befahrbaren Flächen eingesetzt, benötigt aber verlässlichen Korrosionsschutz. Edelstahl ist besonders beständig und wird meist dort gewählt, wo aggressive Medien oder hohe Hygieneanforderungen eine Rolle spielen.
Die Größe ergibt sich aus Tagesanfall × Personen × Tage bis zur Leerung plus Reserve. Für Wohngebäude können Sie je nach Komfort mit 80–150 Litern pro Person und Tag rechnen (oft 120 Liter als Richtwert). Bei Events und Baustellen gelten abweichende Richtwerte; anschließend runden Sie auf die nächste Standardgröße auf und berücksichtigen Sicherheitszuschläge.
Relevant sind vor allem Vorgaben zum Gewässerschutz, insbesondere WHG und AwSV, dazu kommunale Satzungen und technische Regeln für Entwässerungsanlagen (z. B. DIN 1986-100; Einbau/Dichtheitsprüfung nach DIN EN 1610). Welche Regeln im Detail gelten, hängt von Region, Medium und Anlagengröße ab.
Sehr häufig ja bzw. zumindest eine Abstimmung mit Bauamt/unterer Wasserbehörde. Ob Genehmigung, Anzeige oder Nachweise nötig sind, hängt von Abwasserart, Tankgröße, Einbauort (z. B. Schutzgebiet) und Landes-/Kommunalrecht ab.
Üblich sind Dichtheits- und Funktionsnachweise bei Einbau sowie regelmäßige Kontrollen im Betrieb (Schacht/Deckel, Anschlüsse, Entlüftung, Füllstand) und eine nachvollziehbare Entleerungsdokumentation. Bei bestimmten Anlagen/Medien können zusätzliche Pflichten nach AwSV/WHG gelten.
Als Richtwert liegen PE-Tanks grob von einigen hundert Euro (ca. 1.000 L) bis einige tausend Euro (ca. 10.000 L). GFK-Tanks für große Volumen liegen meist deutlich höher (mehrere tausend bis in den fünfstelligen Bereich). Stahl und Edelstahl sind oft projektbezogen und werden daher häufig „auf Anfrage“ kalkuliert.