Ölabscheider sind Pflicht für Waschanlagen und Waschplätze. Denn in beiden kann ölhaltiges Abwasser anfallen. Die Abscheider reinigen dieses, um eine Kontamination nachfolgender Anlagen sicher zu verhindern. Möchten Sie für Ihre Tankstelle, Ihre Waschanlage oder Ihren Waschplatz einen Ölabscheider kaufen, sind einige Punkte zu beachten. Wir informieren über die Funktion der Technik, zeigen, welche Arten es gibt, und erklären den Kauf-Ablauf in wenigen Schritten.

Die Themen im Überblick:
Die wichtigsten Informationen auf einen Blick:
- Pflicht nach Gesetz: Ölabscheider sind an Waschplätzen vorgeschrieben (WHG, AwSV, AbwV) – sonst drohen Bußgelder bis 50.000 €.
- Funktion: Reinigt ölhaltiges Abwasser durch Schwerkraft oder Koaleszenz (Restölgehalt: ≤ 5 mg/l bei Klasse I, ≤ 100 mg/l bei Klasse II).
- Kosten: 2.000–35.000 € (je nach Größe, Material und Installation) + 500–3.000 €/Jahr für Wartung & Entsorgung.
- Wartungspflicht: Monatliche Sichtprüfung, Entleerung und Wartung alle 6–12 Monate, Generalinspektion alle 5 Jahre.
Gründe für einen Ölabscheider am Waschplatz
Ist Abwasser mit Ölen oder Fetten belastet, verlangen das Wasserhaushaltsgesetz und die Abwasserverordnung (AbwV) eine Reinigung. Ohne diese könnten wassergefährdende Stoffe in die Umwelt gelangen und unter anderem das Grundwasser verunreinigen. Da auch an Waschplätzen, Waschanlagen und Tankstellen ölhaltiges Abwasser anfallen kann, ist eine Abscheideranlage dort in aller Regel Pflicht.
Die wichtigsten Gründe für einen Ölabscheider am Waschplatz
- Einhaltung rechtlicher Vorgaben aus Wasserhaushaltsgesetz (WHG), Abwasserverordnung (AbwV), Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (AwSV) und kommunalen Entwässerungssatzungen
- Schutz der Umwelt vor der Kontamination mit Ölen und anderen Schmutzstoffen
- Schutz der Kanalisation, die durch Öle verschmutzen und verstopfen könnte
- Reduktion der Brandgefahr durch angesammelte Öle im Bereich der Abflüsse
Einsatz in stationären und mobilen Anlagen zum Waschen
Ganz gleich, ob es sich um einen mobilen oder um einen stationären Waschplatz handelt: Einen Öl- oder Leichtflüssigkeitsabscheider benötigen Sie in beiden Fällen. Infolgedessen kommen die Anlagen üblicherweise bei Fahrzeugwaschanlagen für Pkw, Lkw, Busse oder Baumaschinen zum Einsatz. Aber auch in Werkstätten, bei Teilewaschanlagen in der Industrie sowie in der Landwirtschaft benötigen Sie einen Ölabscheider für Ihren Waschplatz.
Die Funktion der Leichtflüssigkeitsabscheider
Installieren Sie einen Leichtflüssigkeitsabscheider an Ihrem Waschplatz, funktioniert dieser in der Regel nach dem Schwerkraftprinzip. Das Abwasser strömt dabei durch einen Behälter mit größerem Durchmesser. Es verlangsamt sich und mitgerissenes Öl steigt durch die geringere Dichte nach oben. Während Schlamm und andere Feststoffe absinken, entsteht in der Mitte der Ölabscheider für Waschplätze und Waschanlagen eine Schicht mit gereinigtem Wasser, das im nächsten Schritt in die Kanalisation abfließt.
Übrigens:
Ist das Abwasser mit Verschmutzungen belastet, benötigen Sie vor dem Abscheider einen zusätzlichen Schlammfang. In Fließrichtung hinter der Abscheideranlage ist zudem ein Probenahmeschacht erforderlich. An diesem können Sie die Wasserqualität und damit auch die Funktion der Anlage prüfen. Wichtig ist, dass andere Abwasserströme erst nach dem Probenahmeschacht eingebunden werden dürfen.
Koaleszenzabscheider für Waschplätze reinigen Emulsionen
Liegen Öl und Abwasser in einer gut vermischten Emulsion vor oder sind die Anforderungen an die Reinigungsleistung sehr hoch? Dann benötigen Sie einen Koaleszenzabscheider für Ihren Waschplatz oder Ihre Waschanlage. Dieser funktioniert im Wesentlichen wie ein einfacher Abscheider, ist aber auch mit einem Koaleszenzelement ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine Art Filter, an dem sich kleinste Öltröpfchen anlagern. Sie verbinden sich dabei zu größeren Tropfen und steigen zur Oberfläche auf.
Übrigens:
Ölabscheider nach DIN EN 858 und DIN 1999 – 100 gibt es in zwei Klassen. Klasse II entspricht dabei einfachen Öl- oder Leichtflüssigkeitsabscheidern auf Schwerkraftbasis. Diese kommen ohne zusätzliches Filterelement aus und lassen weniger als 100 Milligramm Restöl in einem Liter Abwasser. Sind die Anforderungen höher, benötigen Sie einen Ölabscheider der Klasse I. Dabei handelt es sich um Koaleszenzabscheider, die maximal 5 Milligramm Restöl pro Liter Abwasser hindurchlassen.
Feste oder mobile Abscheideranlage kaufen
Richten Sie eine Tankstelle, einen Waschplatz oder eine Waschanlage ein, entscheiden Sie sich in der Regel für einen stationären Bodenablauf mit Ölabscheider. Das Abwasser läuft dabei über den Gully im Boden zum Abscheider, bevor es vorgereinigt in die Kanalisation fließt. In einigen Fällen kann es aber auch nötig sein, mobile Anlagen zu installieren. So zum Beispiel auf Baustellen oder in der Landwirtschaft, wo es um die Schaffung mobiler Reparatur- und Waschplätze für Fahrzeuge und Maschinen geht.
Mobile Waschplätze mit Ölabscheider als Komplettsysteme
Anbieter verkaufen oder vermieten mobile Waschplätze mit Ölabscheidern auch als Komplettsysteme. Diese bestehen aus einer mobilen, frei aufstellbaren Abscheideranlage und einer Auffangwanne. Je nach Größe handelt es sich bei der Wanne um ein stabiles Foliensystem oder einen Container mit doppeltem Boden. Letztere sind frei kombinierbar, um auch größere Waschplätze mit Ölabscheidern realisieren zu können.
Ablauf erklärt: Planung, Montage und Wartung
Möchten Sie einen Ölabscheider für Ihren Waschplatz, Ihre SB-Wäsche oder Ihre Waschanlage kaufen, sollten Sie die Technik zunächst individuell planen. Sie müssen die nötigen Genehmigungen einholen und die Abscheideranlage fachgerecht einbauen lassen. Ist das erledigt, sichern verschiedene Kontroll- und Wartungspflichten einen sicheren Betrieb. Die folgende Übersicht zeigt den Ablauf von der Planung bis zur Fertigstellung im Überblick.

01
Planung von Bodenablauf und Ölabscheider
Im ersten Schritt geht es darum, Ihren Bedarf genau zu definieren. Neben der Abwassermenge kommt es dabei insbesondere auf die Art der Verschmutzung an. Denn diese beeinflusst, welchen Ölabscheider für SB-Waschplätze und Waschanlagen Sie benötigen. Liegen Leichtflüssigkeiten in freier Form vor, ist in der Regel ein Schwerkraftabscheider ausreichend. Bei Emulsionen, die zum Beispiel durch Reinigungsmittel entstehen, sorgt ein Koaleszenzabscheider für die nötige Abscheiderleistung.
Unser Tipp:
Fragen Sie rechtzeitig bei der unteren Wasserbehörde oder beim Bauamt nach den regionalen Vorgaben. Auf diese Weise können Sie die Anlage von Beginn an optimal für Ihren Einsatz planen.
02
Anlage auslegen und Genehmigung einholen
Im nächsten Schritt legen Fachexperten die Abscheideranlage für Ihren Waschplatz individuell aus. Sie finden gemeinsam mit Ihnen einen passenden Platz zur Installation und holen die nötigen Genehmigungen ein. Übernehmen Sie letzteres selbst, wenden Sie sich dazu in der Regel an die untere Wasserbehörde Ihrer Region.
03
Installation und Inbetriebnahme der Anlage
Liegt die Genehmigung vor, bauen Fachleute Bodenablauf und Ölabscheider an Ihrem Waschplatz ein. Sie erfüllen die Vorgaben der DIN EN 858 sowie der DIN 1999 Teil 100 und befolgen die Hinweise der Hersteller. Es folgt der Anschluss an das Abwassersystem und die Inbetriebnahme der Abscheideranlage. Ist diese erfolgt, weisen Sie Fachleute umfangreich in den Ölabscheider und dessen Betrieb ein.
04
Betrieb und regelmäßige Abscheider-Wartung
Im laufenden Betrieb ist der Leichtflüssigkeitsabscheider regelmäßig zu kontrollieren. Jeden Monat erfolgt dabei eine Eigenkontrolle mit Sichtprüfung der gesamten Anlage. Alle halben Jahre (abhängig vom Füllstand auch öfter), warten Sie die Anlage. Sie lassen dabei Öl, Schlamm und Wasser absaugen und den Abscheider selbst gründlich reinigen. Alle 5 Jahre ist zudem eine Generalinspektion Pflicht. Während diese von einer zugelassenen Überwachungsstelle (TÜV, DEKRA etc.) durchzuführen ist, dürfen Eigenkontrolle und Wartung auch sachkundige Personen erledigen. Letztere kommen aus Ihrem Unternehmen (mit entsprechender Fortbildung) oder von einem externen Dienstleister.
Wichtig zu wissen:
Erstellen und führen Sie in jedem Fall ein Betriebstagebuch. Darin sammeln Sie alle Unterlagen zum Ölabscheider für Ihren Waschplatz. Sie dokumentieren Reparaturen, Erweiterungen sowie alle Wartungsmaßnahmen mit den jeweiligen Protokollen und sichern sich somit rechtlich ab.
Ölabscheider für Waschplätze kaufen: Preise
Die Kosten der Leichtflüssigkeitsabscheider für SB-Waschplätze und Waschanlagen können im Einzelfall sehr unterschiedlich ausfallen. Entscheidend sind dabei Faktoren wie Größe, Einbaulage und Ausstattung. Während kleinere Anlagen inklusive Installation etwa 2.000 bis 5.000 Euro kosten, gibt es Abscheider mittlerer Größe für 10.000 bis 20.000 Euro. Sehr große Leichtflüssigkeitsabscheider haben hingegen Preise von etwa 20.000 bis 35.000 Euro. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Preise der Abscheider für Waschplätze verschiedener Größe.
| Szenario | Gerät | Installation | Gesamt (einmalig) | Jährliche Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Kleine Autowäsche | Klasse II, ca. 1.000 L | 3.500 € | 2.500 € | 5.000–6.500 € |
| Lkw-Waschplatz | Klasse I, ca. 3.000 L | 10.000 € | 5.000 € | 15.000–18.000 € |
| Industrielle Waschanlage | Klasse I, ca. 7.000 L | 20.000 € | 8.000 € | 28.000–35.000 € |
Hinzu kommen Ausgaben für Eigenkontrolle (bei Beauftragung externer Dienstleister), Wartung und Reinigung. Auch hier hängen die Kosten von der Größe und der Art der Abscheideranlage ab.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Abscheider
Ein Leichtflüssigkeitsabscheider nutzt das Schwerkraftprinzip: Öl und andere Leichtflüssigkeiten steigen aufgrund ihrer geringeren Dichte nach oben, während Schlamm und Feststoffe nach unten sinken. Bei Koaleszenzabscheider (Klasse I) kommt zusätzlich ein Filter zum Einsatz, der selbst feinste Öltröpfchen aus Emulsionen abtrennt. Das gereinigte Wasser fließt dann sicher in die Kanalisation ab.
Sie benötigen eine Abscheideranlage immer dann, wenn ölhaltiges Abwasser anfällt – also an Waschplätzen, in Werkstätten, Tankstellen oder bei industriellen Reinigungsprozessen. Das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und die Abwasserverordnung (AbwV) schreiben dies vor, um Grundwasser und Kanalisation zu schützen. Auch bei privaten Waschplätzen oder Garagen, in denen Fahrzeuge gewaschen oder gewartet werden, ist ein Abscheider in der Regel Pflicht.
Ja, wenn Sie in Ihrer Garage Fahrzeuge waschen, Öl wechseln oder Reinigungsarbeiten durchführen. Selbst kleine Mengen Öl oder Bremsflüssigkeit können ins Abwasser gelangen und sind wasserschädlich. Ohne Abscheider riskieren Sie nicht nur Umweltschäden, sondern auch Bußgelder. Für private Garagen reichen oft kompakte Abscheider aus.
Nein. Selbst beim Waschen eines einzelnen Autos können Ölrückstände, Bremsflüssigkeit oder Reinigungsmittel ins Abwasser gespült werden. Das verstößt gegen das Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und kann zu Strafen bis zu 50.000 € führen. Nutzen Sie stattdessen eine zertifizierte Waschanlage oder installieren Sie einen mobilen Ölabscheider mit Auffangwanne.
Es gibt zwei Klassen: Klasse I (Koaleszenzabscheider) für emulgierte Öle (z. B. durch Reinigungsmittel) mit einem Restölgehalt von ≤ 5 mg/l und Klasse II (Schwerkraftabscheider) für freie Öle (z. B. Benzin, Diesel) mit ≤ 100 mg/l. Entscheidend für die Auswahl sind örtliche Gegebenheiten (Zusammensetzung des Abwassers) und behördliche Vorgaben.
Die Kosten hängen von Größe, Material und Ausstattung ab:
– Kleine Anlagen (500–1.000 L, Klasse II): 2.000–6.000 € (inkl. Installation).
– Mittlere Anlagen (2.000–5.000 L, Klasse I): 9.000–20.000 €.
– Große Anlagen (ab 5.000 L, Klasse I): 20.000–35.000 €.
Hinzu kommen jährliche Wartungskosten von 500–3.000 € (Entleerung, Entsorgung, Kontrollen).
Führen Sie monatlich eine Sichtprüfung durch und lassen Sie die Anlage alle 6–12 Monate von einem Fachbetrieb entleeren und reinigen. Alle 5 Jahre ist eine Generalinspektion durch eine zugelassene Stelle (z. B. TÜV) Pflicht. Dokumentieren Sie alle Maßnahmen in einem Anlagenbuch – das ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt Sie vor Problemen bei Kontrollen. Achten Sie außerdem darauf, dass Öl und Schlamm nur von zertifizierten Entsorgern abtransportiert werden.