Glossar

Fachbegriffe zu Tanks und Abscheidertechnik

33 Begriffe aus Planung, Betrieb und Prüfung, jeweils in zwei bis drei Sätzen erklärt und mit der Fachseite verknüpft, die das Thema ausführlich behandelt.

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Abscheidertechnik

Fettabscheider

Ein Fettabscheider ist eine Anlage zur Vorreinigung von Abwasser, die Fette und Öle nach dem Schwerkraftprinzip abtrennt. In der Kammer steigen Fette nach oben, Feststoffe sinken als Schlamm ab, und das vorgereinigte Wasser fließt aus der mittleren Zone in den Kanal. In Gastronomie, Großküchen und Lebensmittelbetrieben ist die Anlage in der Regel Pflicht.

Fettabscheider kaufen

Leichtflüssigkeitsabscheider (Ölabscheider)

Ein Leichtflüssigkeitsabscheider hält Stoffe zurück, die eine geringere Dichte als Wasser haben, etwa Benzin, Diesel und Mineralöle. Umgangssprachlich heißt er Öl- oder Benzinabscheider. Vorgeschrieben ist er überall dort, wo ölhaltiges Abwasser anfällt: an Tankstellen, Waschplätzen und in Kfz-Werkstätten.

Ölabscheider kaufen

Nenngröße (NS)

Die Nenngröße ist der Kennwert, der angibt, wie viel Abwasser ein Abscheider verarbeiten kann. Der Zahlenwert entspricht näherungsweise dem Zufluss in Litern pro Sekunde: NS 4 steht also für rund vier Liter pro Sekunde. Sie wird nach Norm berechnet und stets auf die nächstgrößere genormte Stufe aufgerundet.

Normen und Nenngrößen

Koaleszenzabscheider

Ein Koaleszenzabscheider ist ein Ölabscheider mit einem Einsatz, an dem sich feinste Öltröpfchen zu größeren, aufschwimmfähigen Tropfen zusammenlagern. Dadurch hält er Öl zurück, das ein reiner Schwerkraftabscheider durchlassen würde, und erreicht die Klasse I nach DIN EN 858.

Ölabscheider für Abwasser

Abscheiderklasse I und II

Die DIN EN 858 unterscheidet zwei Klassen nach dem zulässigen Restgehalt an Kohlenwasserstoffen im Ablauf. Klasse I erreicht mit Koaleszenzeinsatz höchstens 5 Milligramm je Liter, Klasse II als reiner Schwerkraftabscheider höchstens 100 Milligramm je Liter. Welche Klasse nötig ist, gibt die Einleitstelle vor.

Ölabscheider bemessen

Schlammfang

Der Schlammfang ist der dem Abscheider vorgeschaltete Raum, in dem Feststoffe wie Speisereste, Sand und Schmutz absinken. Er schützt die Abscheiderkammer vor Verschleiß und Verstopfung und ist bei Abwasser mit hohem Feststoffanteil in der Regel vorgeschrieben.

Aufbau und Zubehör

Eigenkontrolle

Die Eigenkontrolle ist die monatliche Sicht- und Funktionsprüfung einer Abscheideranlage durch eine sachkundige Person des Betriebs. Dabei werden Fett- und Schlammschicht gemessen und Auffälligkeiten dokumentiert. Die Ergebnisse gehören ins Betriebstagebuch.

Wartung und Prüfung

Generalinspektion

Die Generalinspektion ist die vollständige Prüfung einer Abscheideranlage durch eine betriebsunabhängige Fachkraft. Sie ist in der Regel alle fünf Jahre fällig, in Wasserschutzgebieten alle 2,5 Jahre. Geprüft werden Dichtheit, baulicher Zustand, Einbauten und die vollständige Dokumentation.

Wartung und Generalinspektion

Betriebstagebuch (Anlagenbuch)

Das Betriebstagebuch sammelt alle Nachweise zu einer Abscheideranlage: Prüf- und Abnahmeprotokolle, Wartungsberichte sowie Entleerungs- und Entsorgungsnachweise. Bei einer behördlichen Kontrolle ist es der Nachweis des ordnungsgemäßen Betriebs.

Pflichten und Wartungsbuch

Hebeanlage

Eine Hebeanlage pumpt Abwasser über die Rückstauebene, wenn kein freies Gefälle zum Kanal besteht. Bei Fettabscheidern im Keller wird sie hinter dem Abscheider eingebaut und in Größe und Leistung auf diesen abgestimmt.

Fettabscheider mit Hebeanlage

Rückstauebene

Die Rückstauebene ist die Höhe, bis zu der Abwasser im Kanal ansteigen kann; in der Regel ist das die Straßenoberkante. Ablaufstellen unterhalb dieser Ebene brauchen eine Hebeanlage oder eine Rückstausicherung.

Einbau und Einbaulage

Tanks, Bauformen und Werkstoffe

IBC (Intermediate Bulk Container)

Ein IBC ist ein standardisierter Transport- und Lagerbehälter mit meist 1.000 Litern Inhalt, gehalten von einem Gitterrahmen auf einer Palette. Er ist stapelbar, mit Flurförderzeugen bewegbar und die häufigste mobile Lagerlösung im Gewerbe.

Tank-Bauformen

GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff)

GFK ist ein Verbundwerkstoff aus Kunstharz und Glasfasern. Tanks daraus sind leicht, korrosions- und chemikalienbeständig und wartungsarm, üblich von 1.000 bis 30.000 Litern. Die Lebensdauer liegt oft bei 20 bis 30 Jahren; Grenzen setzen hohe Temperaturen und starke mechanische Lasten.

GFK-Tank kaufen

PE und HDPE

PE steht für Polyethylen, HDPE für die dichtere Variante High Density Polyethylen. Der Kunststoff ist günstig, chemikalienbeständig und leicht und wird für Wasser-, Diesel-, AdBlue- und Düngertanks eingesetzt, von wenigen Litern bis zu mehreren Kubikmetern.

Materialvergleich

Doppelwandigkeit und Leckanzeige

Ein doppelwandiger Tank besitzt zwei Behälterwände mit einem überwachten Zwischenraum. Eine Leckanzeige meldet eine Undichtigkeit, bevor Stoffe nach außen gelangen. Ab bestimmten Mengen und in Wasserschutzgebieten ist diese Bauweise vorgeschrieben.

Heizöltank kaufen

Auffangwanne

Eine Auffangwanne ist die Rückhalteeinrichtung unter oder um einen Tank. Sie muss mindestens das Volumen des größten Behälters aufnehmen können, bei wassergefährdenden Stoffen nach AwSV den gesamten Inhalt der Anlage.

Gefahrstofflagerung

Auftriebssicherung

Die Auftriebssicherung verankert unterirdische Tanks gegen Aufschwimmen bei hohem Grundwasserstand oder Hochwasser, meist über Betonsockel und Gurte. In Wasserschutzgebieten wird sie regelmäßig gefordert.

Erdtank und Schutzgebiete

Erdtank

Ein Erdtank ist ein unterirdisch eingebauter Lagerbehälter. Er spart Fläche, liegt frostsicher und ist je nach Ausführung überfahrbar. Dafür sind Auftriebssicherung, ein zugänglicher Domschacht und aufwendigere Prüfungen nötig.

Tank-Bauformen

CIP und SIP

CIP (Cleaning in Place) und SIP (Sterilisation in Place) sind Verfahren, bei denen Lebensmitteltanks ohne Demontage gereinigt und sterilisiert werden. Reinigungslösung oder Dampf laufen dabei über fest installierte Sprühköpfe durch den Behälter.

Lebensmitteltank

DIBt-Zulassung

Die DIBt-Zulassung ist die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik. Tanks aus Kunststoff oder GFK für Abwasser und wassergefährdende Stoffe brauchen sie als Verwendbarkeitsnachweis.

Abwasser- und Fäkalientank

Recht, Normen und Prüfung

WHG (Wasserhaushaltsgesetz)

Das Wasserhaushaltsgesetz ist das Bundesgesetz zum Schutz der Gewässer. Es verpflichtet Betreiber, Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen so zu errichten und zu betreiben, dass eine Verunreinigung von Gewässern nicht zu besorgen ist.

Rechtsgrundlagen im Überblick

AwSV

Die AwSV ist die Verordnung über Anlagen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen. Sie regelt Anzeige, Eignungsfeststellung, Rückhaltung und Prüfpflichten und teilt Anlagen nach Paragraf 39 in die Gefährdungsstufen A bis D ein.

Lagerung nach AwSV

WGK (Wassergefährdungsklasse)

Die Wassergefährdungsklasse stuft einen Stoff nach seiner Gefährlichkeit für Gewässer ein: WGK 1 schwach, WGK 2 deutlich, WGK 3 stark wassergefährdend. Zusammen mit dem Volumen bestimmt sie die Anforderungen an Tank, Rückhaltung und Prüfung.

AHL-Tanks und WGK 1

TRwS

Die Technischen Regeln wassergefährdender Stoffe konkretisieren die Anforderungen der AwSV für einzelne Anlagentypen. Für Heizöl- und Dieselanlagen gilt die TRwS 791, für Tankstellen und AdBlue-Abgabe die TRwS 781.

Brennstoff- und Kraftstofftanks

TRGS 509 und TRGS 510

Die Technischen Regeln für Gefahrstoffe regeln die Lagerung: die TRGS 509 das Lagern in ortsfesten Behältern, die TRGS 510 das Lagern in ortsbeweglichen Behältern wie IBC oder Fässern.

Dieseltank ab 1.000 Litern

BetrSichV und TRBS 1201

Die Betriebssicherheitsverordnung und die zugehörige Technische Regel TRBS 1201 regeln die Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen. Vor jeder inneren Prüfung muss ein Behälter vollständig entleert, gereinigt und medienfrei sein.

Reinigung vor der Prüfung

DIN EN 1825

Die DIN EN 1825 ist die europäische Norm für Fettabscheider. Sie legt Bauart, Anforderungen und die Bemessung der Nenngröße fest und liefert die Formel NS = Qs · fd · fr · ft.

Fettabscheider-Normen

DIN 4040-100

Die DIN 4040-100 ist die nationale Ergänzung zur DIN EN 1825. Sie konkretisiert für Deutschland die Anforderungen an Einbau, Betrieb, Wartung und Dokumentation von Fettabscheidern.

Fettabscheider-Normen

DIN EN 858

Die DIN EN 858 ist die europäische Norm für Leichtflüssigkeitsabscheider. Teil 1 regelt Bauart, Anforderungen und Prüfung, Teil 2 die Wahl der Nenngröße sowie Einbau, Betrieb und Wartung.

Normgerechte Ölabscheider

DIN 1999-100

Die DIN 1999-100 ist die nationale Anwendungsnorm für Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten in Deutschland. Für Anlagen mit Biodiesel (FAME) gilt ergänzend die DIN 1999-101.

Normgerechte Ölabscheider

ISO 22241

Die ISO 22241 ist die Norm für AdBlue. Sie definiert die Zusammensetzung der 32,5-prozentigen Harnstofflösung und stellt Anforderungen an Handhabung, Transport und Lagerung, damit die Lösung sortenrein bleibt.

AdBlue-Lagerung

DIN 14230

Die DIN 14230 ist die Norm für unterirdische Löschwasserbehälter. Sie regelt Bauart, Größen und Anforderungen an die Löschwasserbereitstellung; ergänzend gilt das DVGW-Arbeitsblatt W 405.

Löschwasserbehälter

ADR

Das ADR ist das europäische Übereinkommen über die Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße. Es greift, sobald Tanks mit Gefahrgut transportiert werden, etwa mobile Diesel-, Chemie- oder Düngertanks.

Mobile Tanks und Transport

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