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Ölabscheider
Ölabscheider bemessen: Größe, Aufbau und Gratis-Rechner
- Für Gewerbe, Industrie & öffentliche Auftraggeber
- Kostenfrei & unverbindlich
- Bis zu 3 Vergleichsangebote
- Anbieterneutrale Beratung
Welche Größe ein Ölabscheider braucht, ergibt sich aus der Abwassermenge: Regenwasser von der angeschlossenen Fläche und Schmutzwasser aus Waschplatz, Werkstatt oder Produktion. Daraus berechnen Fachleute die Nenngröße (NS) nach DIN EN 858 und DIN 1999-100. Wir erklären die Formel mit Rechenbeispielen, zeigen den Aufbau einer Ölabscheideranlage vom Schlammfang bis zum Probenahmeschacht und nennen die Einflussfaktoren für die Bemessung. Mit dem Gratis-Rechner überschlagen Sie die Größe Ihres Ölabscheiders selbst.
3 Hauptbauteile
Schlammfang · Abscheider · Probenahmeschacht
NS 10 = 10 l/s
Nenngröße entspricht dem Durchfluss
1 bis 50 l/s
typische Größen von Waschbox bis Industrie
Klasse I oder II
max. 5 oder 100 mg/l Restöl
Das Wichtigste zu Größe und Aufbau des Ölabscheiders
- Die Größe eines Ölabscheiders heißt Nenngröße (NS). Sie entspricht dem Durchfluss in Litern pro Sekunde: Ein Abscheider NS 10 ist für 10 l/s ausgelegt.
- Berechnet wird die Nenngröße nach DIN EN 858 und DIN 1999-100 mit NS = (Qr + fx · Qs) · fd aus Regenwasser (Qr), Schmutzwasser (Qs), Erschwernisfaktor (fx) und Dichtefaktor (fd).
- Typische Größen liegen zwischen 1 und 10 l/s für Werkstätten, Waschanlagen und Tankstellen, in der Industrie bei bis zu 50 l/s. Gewählt wird die nächstgrößere verfügbare Nenngröße.
- Aufbau in Fließrichtung: Schlammfang, Abscheider mit selbsttätigem Verschluss und Probenahmeschacht. Abscheider der Klasse I haben zusätzlich einen Koaleszenzeinsatz.
- Frühzeitige Abstimmung mit Behörde und Fachplaner spart Kosten und Zeit.
Aufbau eines Ölabscheiders: die Bauteile in Fließrichtung
Eine Ölabscheideranlage besteht nicht aus einem einzelnen Behälter, sondern aus mehreren Bauteilen, die das Abwasser nacheinander durchfließt. Welche davon nötig sind und wie groß sie ausfallen, legt die Bemessung fest. Die Schnittzeichnung zeigt den typischen Aufbau.

- Zulauf: Bodenabläufe, Rinnen oder Leitungen führen das Abwasser von der Waschfläche, aus der Werkstatt oder vom Hof zur Anlage.
- Schlammfang: Im ersten Behälter sinken Sand, Schlamm und Späne zu Boden. Er schützt den Abscheider vor Ablagerungen und gehört fast immer zur Anlage.
- Abscheider: Das Abwasser fließt langsam durch einen großen Behälter. Öl, Benzin und Diesel sind leichter als Wasser, steigen auf und sammeln sich als Schicht an der Oberfläche, die Tauchwände zurückhalten. Abscheider der Klasse I enthalten zusätzlich einen Koaleszenzeinsatz, an dem sich feinste Öltröpfchen zu größeren Tropfen verbinden. Am Ablauf sitzt ein selbsttätiger Verschluss: Ein auf die Dichte des Öls abgestimmter Schwimmer sinkt ab, sobald der Ölspeicher voll ist, und verschließt den Ablauf.
- Probenahmeschacht: Hinter dem Abscheider entnehmen Fachleute Wasserproben und prüfen den Restölgehalt. Andere Abwasserströme dürfen erst nach diesem Schacht zugeführt werden.
- Ablauf: Das vorgereinigte Wasser fließt in die Kanalisation.
Zusätzliche Bauteile: Warnanlage und Hebeanlage
Je nach Standort und Vorgaben der Behörde kommen weitere Bauteile hinzu. Eine Warnanlage meldet, wenn die Ölschicht ihre Höchstmenge erreicht oder sich das Wasser im Abscheider aufstaut. Liegt die Anlage unter der Rückstauebene des Kanals, pumpt eine Hebeanlage das Wasser nach dem Probenahmeschacht über diese Ebene. So drückt bei Starkregen kein Wasser aus dem Kanal zurück in den Abscheider.
Wie Aufbau und Größe zusammenhängen
Die Nenngröße bestimmt, wie groß Abscheider und Ölspeicher ausfallen. Auch die Größe des Schlammfangs richtet sich nach ihr und zusätzlich nach der Schlammmenge im Abwasser. Die Abscheiderklasse entscheidet, ob ein Koaleszenzeinsatz nötig ist. Die Einbaulage bestimmt die Belastbarkeit der Schachtabdeckungen nach DIN EN 124: Klasse A 15 für begehbare Flächen, B 125 für Pkw-Flächen und D 400 für Flächen mit Lkw-Verkehr.
Wie ein Abscheider im Inneren arbeitet, zeigt das 3D-Modell auf der Seite Ölabscheider für Abwasser. Die Bauarten von Schwerkraft- bis Filterabscheider vergleichen wir im Ratgeber Ölabscheider kaufen.
Ölabscheider-Größe: Nenngrößen und Rechenbeispiele
Die Größe eines Ölabscheiders wird als Nenngröße (NS) angegeben. Die Zahl entspricht dem Durchfluss in Litern pro Sekunde, den die Anlage sicher reinigen kann: Ein Abscheider NS 6 ist für 6 l/s ausgelegt. Wie viele Liter der Behälter fasst, hängt dagegen von Nenngröße, Bauart und Hersteller ab.
Berechnet wird die Nenngröße mit der Formel NS = (Qr + fx · Qs) · fd. Qr ist der Regenabfluss der angeschlossenen Fläche (Qr = ψ · i · A), Qs der Schmutzwasserabfluss aus Hochdruckreinigern, Waschanlagen oder Prozessen. Der Erschwernisfaktor fx und der Dichtefaktor fd berücksichtigen Reinigungsmittel und die Art der Leichtflüssigkeit. Zum Rechenwert wählen Fachleute die nächstgrößere verfügbare Nenngröße. Üblich sind Stufen wie NS 1,5, 3, 6, 10, 15, 20, 30, 40 und 50.
Typische Größen nach Einsatzbereich
| Einsatzbereich | Typische Größe | Übliche Bauart |
|---|---|---|
| Kleine Waschbox | 1 bis 2 l/s | Filterabscheider oder Kompaktanlage |
| Kleine Kfz-Werkstatt | 1 bis 3 l/s | Schwerkraft- oder Koaleszenzabscheider |
| Mittlere Kfz-Werkstatt | 3 bis 5 l/s | Koaleszenzabscheider |
| Tankstelle | 5 bis 10 l/s | Koaleszenzabscheider |
| Autowaschanlage | 5 bis 10 l/s | Lamellen- oder Koaleszenzabscheider |
| Industrie | 10 bis 50 l/s | Schwerkraftabscheider mit Lamellen oder Koaleszenzstufe |
Die Werte sind Richtwerte für die erste Einordnung. Was Anlagen dieser Größen kosten, zeigt die Preisübersicht im Ratgeber Ölabscheider kaufen.
Drei Rechenbeispiele
Die Beispiele verwenden eine Regenspende von 150 l/(s·ha), einen Abflussbeiwert von 0,9 für Asphalt oder Beton und einen Dichtefaktor von 1 für Benzin und Diesel. Für Ihren Standort gelten die Werte, die Ihre Gemeinde vorgibt.
| Beispiel | Regenabfluss Qr | Schmutzwasser fx · Qs | Rechenwert | Nenngröße |
|---|---|---|---|---|
| Überdachter Waschplatz mit Waschanlage und einem Hochdruckreiniger (Qs = 3 l/s, fx = 2) | 0 l/s | 6 l/s | 6 | NS 6 |
| Offener Werkstatthof mit 800 m² und einem Hochdruckreiniger (Qs = 2 l/s, fx = 2) | 0,9 · 150 · 0,08 = 10,8 l/s | 4 l/s | 14,8 | NS 15 |
| Parkplatz mit 2.000 m², nur Regenwasser | 0,9 · 150 · 0,2 = 27 l/s | 0 l/s | 27 | NS 30 |
Ihre eigenen Werte tragen Sie im Gratis-Rechner weiter unten ein.
Bemessung von Ölabscheidern: Grundlagen der Planung
Bei der Bemessung von Öl- oder Leichtflüssigkeitsabscheidern ist oberste Vorsicht geboten. Denn die Anlagen sollen wassergefährdende Stoffe abscheiden und sicherstellen, dass diese nicht in die Umwelt gelangen. Um das zu garantieren, gibt es strikte Vorgaben, die sich in folgenden Normen finden:
- DIN EN 858 Teil 1 und 2 – Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten (z. B. Öl und Benzin): Die Norm definiert technische Anforderungen und Prüfverfahren und enthält Vorgaben zur Auslegung, Installation und Wartung sowie zum Betrieb der Leichtflüssigkeitsabscheider. Das Ziel ist es dabei, Gewässer zu schützen und hohe Sicherheitsstandards einzuhalten.
- DIN 1999 Teil 100 und 101 – Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten: Diese Norm legt Grundlagen, Begriffe und Klassifizierungen für Abscheideranlagen für Leichtflüssigkeiten fest. Sie enthält zudem Anforderungen an Bau, Funktion, Prüfung sowie Kennzeichnung. Sie ergänzt die DIN EN 858 und regelt deren technische Umsetzung in Deutschland.
Für eine fachgerechte Bemessung von Ölabscheidern sind beide Normenreihen immer parallel zu beachten. Richten sich Planer und Fachhandwerker strikt nach den Vorgaben, hat das in der Regel auch eine hohe Anlagensicherheit zur Folge.
Einflussfaktoren zur Bemessung von Öl- und Leichtflüssigkeitsabscheidern
Bevor Experten von einem Ölabscheider die Größe berechnen und die Anlage auslegen können, tragen sie die wichtigsten Parameter zusammen. Die folgende Checkliste zeigt, welche das sind und wo Sie diese finden:
Zudem sind auch behördliche Auflagen, Verbote oder Sondernutzungsrechte zu beachten. Der Fall ist das in der Regel dann, wenn Sie in Überschwemmungs- oder Wasserschutzgebieten einen Ölabscheider berechnen möchten.
Von Beginn an Unterstützung bei Amt und Fachexperten suchen
Sind Sie unsicher oder fehlt die Zeit, sich selbst mit der Auslegung zu beschäftigen? Dann können Sie auf fachliche Hilfe hoffen. Diese gibt es von unseren Partnerunternehmen. Während diese bei der Bemessung der Ölabscheider helfen, geben Ämter Auskunft über die regionalen Anforderungen. Sinnvoll ist es, sowohl Ämter als auch Fachexperten frühzeitig in das eigene Vorhaben einzubinden. Auf diese Weise gewährleisten Sie einen reibungslosen Ablauf. Außerdem stellen Sie mit diesem Vorgehen sicher, dass die Anlage alle rechtlichen Vorgaben erfüllt. Sie müssen später nicht noch einmal umplanen und verhindern kostspielige Nachbesserungsarbeiten.
Ablauf: Schritt für Schritt einen Ölabscheider berechnen
Stimmt die Behörde zu, können Sie mit der Bemessung der Ölabscheider beginnen. Im Folgenden erklären wir, wie Fachleute dabei Schritt für Schritt vorgehen.
Im ersten Schritt geht es darum, die wichtigsten Anlagenparameter zusammenzustellen. Gefragt sind dabei Informationen:
- zum Einsatzbereich (z. B. Tankstelle, Werkstatt, Industrie, Parkplatz)
- zur abzuscheidenden Leichtflüssigkeit (z. B. Mineralöle, Benzin, Diesel)
- zur Dichte der Leichtflüssigkeit (meist < 0,95 kg/l)
Außerdem fragen Experten an diesem Schritt die örtlichen Gegebenheiten bei der Gemeinde ab. Sie stellen die wichtigsten Vorgaben zusammen und erstellen somit einen Anforderungskatalog.
In Schritt zwei bei der Bemessung von Ölabscheidern geht es darum, die Abwassermenge zu berechnen. Möglich ist das nach der folgenden Gleichung: NS = (Qr + fx · Qs) · fd.
- NS steht dabei für die Nenngröße des Abscheiders. Diese ist im Folgenden zu bestimmen.
- Qr beschreibt den maximalen Regenabfluss in Litern pro Sekunde (l/s). Experten berechnen diesen auf Basis eines Abflussbeiwerts ψ (häufig 1), der angeschlossenen Fläche A in Hektar und der örtlichen Regenspende i (Amtsvorgabe, in der Regel aber über 150 l/(s·ha)) nach der Gleichung Qr = ψ · i · A.
- fx steht für einen Erschwernisfaktor. Er ist vom Schmutzanfall abhängig und wird nach Erschwernisfaktortabelle der DWA-A 781 bestimmt.
- Qs beschreibt den maximalen Schmutzwasserabfluss der Anlage (l/s). Er ergibt sich aus den Abflusswerten der einzelnen Abflussstellen und hängt damit von der Anlage bzw. vom jeweiligen Prozess ab.
- fd steht für einen Dichtefaktor, der von der Art der Flüssigkeit abhängt. Experten entnehmen den Wert aus der Dichtefaktortabelle der DIN 1999-100.
Berechnen Sie den Durchfluss nach der Gleichung, erhalten Sie die Nenngröße. Nutzen Sie diese, um den nächstgrößeren verfügbaren Leichtflüssigkeitsabscheider auszuwählen.
Im nächsten Schritt geht es um die Bemessung des Rückhaltevolumens. Dabei handelt es sich um die Menge an Abwasser, die der Abscheider aufnehmen kann. Sie hängt vom Durchfluss ab und lässt sich in der Regel mit der Gleichung Vr = Q · 100 berechnen. Das heißt: Pro Liter/Sekunde Durchfluss ist ein Rückhaltevolumen von 100 Litern erforderlich. Fließen beispielsweise 5 Liter Abwasser pro Sekunde durch den Ölabscheider, benötigen Sie ein Rückhaltevolumen von 500 Litern.
Konnten Experten die passende Ölabscheider-Größe berechnen, geht es im nächsten Schritt um die Art des Abscheiders. Zur Auswahl stehen dabei nach DIN EN 858-1 zwei Klassen:
- Klasse 1 beschreibt Koaleszenzabscheider, die Öltröpfchen mit feinen Fasern auffangen. Sie kommen bei Emulsionen oder höheren Anforderungen zum Einsatz und finden sich häufig bei Werkstätten oder Industrieanwendungen.
- Klasse 2 stellt die häufigste Art der Abscheider dar. Diese kommen ohne Koaleszenzfilter aus und scheiden daher keine emulgierten Öltröpfchen ab. Sie kommen überwiegend bei Parkflächen und in Bereichen ohne besondere Anforderungen zum Einsatz.
Abscheider der Klasse 1 dürfen höchstens 5 Milligramm Öl pro Liter im Abwasser zurücklassen, Anlagen der Klasse 2 höchstens 100 Milligramm. Zu beachten ist außerdem, dass Anlagen der Klasse 2 keine emulgierten Tröpfchen abscheiden können.
Sind viele Feststoffe wie Schlamm, Sand oder Späne im Abwasser, könnten diese den Ölabscheider verstopfen. Um das zu verhindern, ist in solchen Fällen ein Schlammfang vorzuschalten. Dieser sollte mindestens der Nennweite des Leichtflüssigkeitsabscheiders entsprechen. Berechnen lässt sich seine Größe dabei nach der folgenden Gleichung: Vs = 30 bis 50 · Q.
Das heißt: Pro Liter/Sekunde Durchfluss sollte der Schlammfang ein Volumen von 30 bis 50 Litern haben. Bei einem Durchfluss von 5 Litern pro Sekunde sollte der Schlammfang also etwa 150 bis 250 Liter fassen. Der Einbau erfolgt dabei frostfrei und gut zugänglich vor dem Leichtflüssigkeitsabscheider (in Fließrichtung).
Steht fest, wie groß die Anlage zu bemessen ist, geht es um die Planung der Aufstellung. Hierbei ist es wichtig, dass die Anlagen zur Wartung und zur Entleerung einfach zugänglich sind. Die Abscheider sollten frostfrei installiert werden und bei Problemen mit Rückstau ist das Abwasser nach dem Abscheider über eine Hebeanlage zu führen. Achten Sie zudem auf die mechanische Belastung von oben. Handelt es sich um einen Fußweg, einen Radweg oder eine Straße, muss der gewählte Ölabscheider der geplanten Nutzung standhalten.
Im nächsten Schritt erstellen Experten die nötigen Unterlagen zum Einholen der Genehmigung. Sie stellen Berechnungen, Datenblätter sowie Baupläne zusammen und beantragen die Genehmigung bei der zuständigen Behörde. Um hier unliebsame Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, die Fachleute schon zu Beginn in die Bemessung des Leichtflüssigkeitsabscheiders einzubeziehen.
Bevor Sie den Ölabscheider kaufen, ist ein Wartungsplan zu erstellen. Dieser bezieht sich auf alle eingesetzten Komponenten und sieht vor, wann diese zu entleeren und zu reinigen sind. Darüber hinaus führt der Wartungsplan sämtliche Funktionsprüfungen auf.
Gratis-Rechner: Ölabscheider-Größe berechnen
Der folgende Rechner nimmt die wichtigsten Grunddaten auf und ermittelt die Nenngröße Ihres Öl- und Leichtflüssigkeitsabscheiders. Wählen Sie zuerst den Einsatzbereich: Der Rechner setzt dann übliche Werte für Schmutzwasser, Erschwernisfaktor und Abscheiderklasse, die Sie anpassen können.
Ihr Ergebnis
Geben Sie Ihre Werte ein und klicken Sie auf „Nenngröße berechnen“.
Wichtige Tipps zum fachgerechten Einbau der Abscheider
Neben der fachgerechten Bemessung der Öl- und Leichtflüssigkeitsabscheider kommt es auch auf einen fachgerechten Einbau an. Die folgenden drei Tipps helfen dabei, häufige Fehler zu vermeiden, Kosten zu sparen und Ausfälle oder Umweltschäden zu vermeiden.
Tipp 1: Erfahrenen Fachbetrieb mit dem Einbau beauftragen
Ein Ölabscheider ist kein Standardbauteil, das Sie einfach einbetonieren lassen. Die Normen und Vorschriften sind komplex, und Fehler beim Einbau führen schnell zu teuren Nachbesserungen oder sogar zu Bußgeldern. Ein zertifizierter Fachbetrieb kennt die aktuellen Regeln nach DIN EN 858 und DWA-A 781 und sorgt dafür, dass Ihr Abscheider nicht nur funktioniert, sondern auch von der Behörde abgenommen wird. Vertrauen Sie hier auf Erfahrung. Das spart Zeit, Geld und Ärger mit den Umweltauflagen.
Tipp 2: Abscheider und Komponenten richtig einbauen
Der Standort entscheidet über die Lebensdauer und Wirksamkeit Ihres Ölabscheiders. Er muss frostfrei, also mindestens 80 Zentimeter tief, liegen und so platziert sein, dass Wartungsteams problemlos daran arbeiten können. Denken Sie auch an die richtige Anbindung: Ein Schlammfang gehört davor, wenn Schmutz im Wasser ist, und eine Hebeanlage dahinter, falls das Gelände kein natürliches Gefälle bietet. Ein gut geplanter Einbau verhindert später Verstopfungen und garantiert, dass Öl und Schmutz zuverlässig zurückgehalten werden.
Tipp 3: Mit Wartung für Sicherheit und Langlebigkeit sorgen
Wenn Sie den Ölabscheider nach Bemessung und Einbau nicht regelmäßig warten, riskieren Sie nicht nur Umweltstrafen, sondern auch teure Reparaturen. Zu diesen kommt es, wenn Öl ungehindert in den Kanal fließt. Legen Sie daher von Anfang an klare Intervalle fest: monatlich die Eigenkontrolle durch eine sachkundige Person, alle 6 Monate die Wartung durch einen Fachbetrieb (bei Anlagen nur für Niederschlagswasser oder redundanten Anlagen alle 12 Monate) sowie vor Inbetriebnahme und danach spätestens alle 5 Jahre die Generalinspektion. Entleert wird je nach Füllstand von Schlammfang und Ölspeicher. Wichtig ist es außerdem, jede Wartung lückenlos zu dokumentieren. Das schützt Sie im Fall einer Kontrolle. Ein Wartungsvertrag mit einem Fachbetrieb nimmt Ihnen diese Aufgaben ab und gibt ein hohes Maß an Sicherheit.
In vier Schritten zur richtigen Nenngröße
Fachleute bemessen einen Leichtflüssigkeitsabscheider nach DIN EN 858 und DIN 1999-100 in klar getrennten Schritten.
Anlagenparameter zusammenstellen
Einsatzbereich, abzuscheidende Leichtflüssigkeit und deren Dichte (meist < 0,95 kg/l) erfassen und die örtlichen Vorgaben der Gemeinde einholen.
Nenngröße berechnen
Die Nenngröße nach NS = (Qr + fx · Qs) · fd ermitteln und den nächstgrößeren verfügbaren Leichtflüssigkeitsabscheider auswählen.
Rückhaltevolumen bemessen
Über Vr = Q · 100 das nötige Rückhaltevolumen bestimmen: rund 100 Liter je Liter/Sekunde Durchfluss.
Mit Behörde & Fachplaner abstimmen
Die Auslegung mit der unteren Wasserbehörde und einem Fachplaner bestätigen, damit die Anlage genehmigungsfähig ist.
Fragen zu diesem Thema?
Nennen Sie uns Ihr Vorhaben. Wir beraten Sie persönlich und anbieterneutral zur passenden Lösung und erstellen Ihnen ein faires Angebot.
FAQ: Häufige Fragen zu Größe, Aufbau und Bemessung
Welche Größe braucht ein Ölabscheider?
Die Größe richtet sich nach der Abwassermenge, die der Abscheider aufnehmen muss. Sie wird als Nenngröße (NS) in Litern pro Sekunde angegeben und mit der Formel NS = (Qr + fx · Qs) · fd berechnet. Kleine Werkstätten und Waschboxen kommen oft mit 1 bis 3 l/s aus, Tankstellen und Waschanlagen mit 5 bis 10 l/s, Industriebetriebe benötigen bis zu 50 l/s. Gewählt wird immer die nächstgrößere verfügbare Nenngröße.
Wie ist ein Ölabscheider aufgebaut?
Eine Ölabscheideranlage besteht in Fließrichtung aus Zulauf, Schlammfang, Abscheider und Probenahmeschacht. Im Schlammfang setzen sich Feststoffe ab, im Abscheider steigt das Öl nach oben und wird von Tauchwänden zurückgehalten. Abscheider der Klasse I haben zusätzlich einen Koaleszenzeinsatz. Ein Schwimmer verschließt den Ablauf, sobald der Ölspeicher voll ist. Je nach Standort kommen eine Warnanlage und eine Hebeanlage hinzu.
Was bedeutet die Nenngröße NS bei einem Ölabscheider?
Die Nenngröße gibt an, wie viele Liter Abwasser pro Sekunde ein Abscheider sicher reinigen kann. Ein Ölabscheider NS 10 ist also für 10 l/s ausgelegt. Das Behältervolumen in Litern ist keine Nenngröße, es hängt von Nenngröße, Bauart und Hersteller ab.
Wie berechnen Sie die richtige Größe eines Ölabscheiders?
Die Nenngröße eines Ölabscheiders ergibt sich aus der Formel NS = (Qr + fx · Qs) · fd. Dabei berücksichtigen Sie sowohl den Regenwasseranteil als auch den Schmutzwasseranfall. Zusätzlich fließen der Erschwernisfaktor und die Dichte der Leichtflüssigkeit in die Berechnung ein. Das Ergebnis nutzen Sie, um die nächstgrößere verfügbare Nenngröße auszuwählen.
Welche Normen müssen Sie bei der Bemessung beachten?
Für die Planung und Auslegung von Ölabscheidern gelten die DIN EN 858 Teil 1 und 2 sowie die DIN 1999-100 und 101. Während die europäische Norm die technischen Anforderungen beschreibt, regeln die nationalen Normen die konkrete Anwendung in Deutschland. Beide Normenreihen berücksichtigen Sie parallel.
Wann setzen Sie einen Abscheider der Klasse I ein?
Abscheider der Klasse I kommen immer dann zum Einsatz, wenn erhöhte Anforderungen an die Reinigungsleistung bestehen. Das ist beispielsweise in Werkstätten, Industrieanlagen oder Waschplätzen der Fall. Bei einfachen Anwendungen wie Parkplätzen oder Verkehrsflächen reicht in vielen Fällen ein Abscheider der Klasse II aus.
Welche Faktoren beeinflussen die Größe des Ölabscheiders besonders stark?
Die Größe hängt vor allem von der anfallenden Abwassermenge ab. Diese ergibt sich aus der angeschlossenen Fläche, der regionalen Regenspende und der Anzahl der Entnahmestellen oder Geräte. Auch die Art der Leichtflüssigkeit und deren Dichte spielen eine wichtige Rolle bei der Bemessung.
Können Sie die Bemessung selbst durchführen?
Eine überschlägige Berechnung können Sie selbst durchführen, etwa mit dem Gratis-Rechner auf dieser Seite. Für die endgültige Auslegung sollten Sie jedoch immer Fachplaner und die zuständige Behörde einbeziehen. So stellen Sie sicher, dass alle Vorgaben eingehalten werden und die Anlage genehmigungsfähig ist.
Welche Folgen hat eine falsche Dimensionierung?
Eine zu klein ausgelegte Anlage kann die geforderten Grenzwerte nicht einhalten und gefährdet die Umwelt. Gleichzeitig riskieren Sie Probleme bei der Genehmigung. Eine zu große Anlage verursacht dagegen unnötig hohe Investitionskosten. Eine korrekte Bemessung sorgt daher für Sicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Wann ist ein Schlammfang erforderlich?
Einen Schlammfang setzen Sie immer dann ein, wenn Feststoffe wie Sand, Schlamm oder Späne im Abwasser auftreten. Er schützt den Ölabscheider vor Ablagerungen und sorgt dafür, dass die Anlage dauerhaft zuverlässig arbeitet. In vielen Fällen gehört er deshalb zur Standardausstattung.