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Ölabscheider
Ölabscheider für Abwasser: Koaleszenzabscheider, Funktion und Unterschied
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Ein Koaleszenzabscheider ist ein Ölabscheider mit zusätzlichem Koaleszenzeinsatz. An diesem Einsatz fließen selbst feinste Öltröpfchen zu großen Tropfen zusammen, die ein reiner Schwerkraftabscheider durchlassen würde. So erreicht er die Klasse I mit höchstens 5 mg/l Restöl im Ablauf. Wir erklären, wie ein Koaleszenzabscheider funktioniert, worin der Unterschied zum einfachen Ölabscheider liegt und wann Sie welche Anlage für Ihr ölhaltiges Abwasser brauchen.
max. 5 mg/l
Restöl: Koaleszenzabscheider (Klasse I)
max. 100 mg/l
Restöl: Schwerkraftabscheider (Klasse II)
alle 6 Monate
Wartung mit Reinigung des Koaleszenzeinsatzes
bis 50.000 €
Bußgeld ohne Abscheider
Koaleszenzabscheider auf einen Blick
- Ein Koaleszenzabscheider ist kein eigenes Gerät neben dem Ölabscheider, sondern ein Ölabscheider der Klasse I: ein Schwerkraftabscheider mit zusätzlichem Koaleszenzeinsatz.
- Der Einsatz hält auch feinste Öltröpfchen zurück. Im Ablauf bleiben höchstens 5 mg/l Restöl, beim reinen Schwerkraftabscheider der Klasse II bis zu 100 mg/l.
- Welche Klasse Sie brauchen, legt die Behörde nach der Einleitstelle fest. Bei Einleitung in ein Gewässer ist in der Regel Klasse I nötig.
- Stabile Emulsionen trennt auch ein Koaleszenzabscheider nicht. Verwenden Sie deshalb nur schnell trennende Reinigungsmittel.
- Planung, Einbau und Betrieb regeln DIN EN 858, DIN 1999-100 und das Wasserhaushaltsgesetz (WHG). Den Koaleszenzeinsatz prüfen und reinigen Fachleute bei jeder Wartung.
Was ist ein Koaleszenzabscheider?
Ein Koaleszenzabscheider holt Leichtflüssigkeiten wie Benzin, Diesel und Mineralöl aus dem Abwasser und arbeitet dabei nach zwei Prinzipien. Wie jeder Ölabscheider nutzt er die Schwerkraft: Öl ist leichter als Wasser und schwimmt auf. Zusätzlich sitzt im Behälter ein Koaleszenzeinsatz, der auch die feinsten Öltröpfchen zurückhält. Der Name kommt vom lateinischen „coalescere“, zusammenwachsen: Am Einsatz wachsen kleine Tröpfchen zu großen Tropfen zusammen.
Die Norm DIN EN 858-1 teilt Leichtflüssigkeitsabscheider nach ihrer Reinigungsleistung in zwei Klassen ein. Abscheider der Klasse I lassen im Prüfverfahren höchstens 5 mg Öl je Liter Wasser durch, Abscheider der Klasse II höchstens 100 mg/l. Die Klasse I erreichen Abscheider in der Regel nur mit einem Koaleszenzeinsatz. Deshalb werden die Begriffe „Koaleszenzabscheider“ und „Abscheider der Klasse I“ meist gleichbedeutend verwendet.
Koaleszenzabscheider: Funktion Schritt für Schritt
Im Koaleszenzabscheider durchläuft das Abwasser mehrere Zonen. Jede hält einen anderen Teil der Verschmutzung zurück:
- Schlammfang: Vor dem Abscheider beruhigt sich das Wasser. Sand, Schlamm und Schwebstoffe sinken zu Boden. Das schützt den Koaleszenzeinsatz vor dem Verstopfen.
- Schwerkraftzone: Im Abscheider fließt das Wasser langsam. Große Öltropfen steigen auf und bilden an der Oberfläche eine Ölschicht, die Tauchwände zurückhalten.
- Koaleszenzeinsatz: Feine Tröpfchen steigen zu langsam auf und würden mit dem Wasser abfließen. Im Einsatz bleiben sie an ölanziehenden Fasern, Schaumstoff oder Lamellen hängen und fließen zu großen Tropfen zusammen.
- Aufsteigen: Die großen Tropfen lösen sich vom Einsatz, steigen auf und vergrößern die Ölschicht.
- Selbsttätiger Verschluss: Ein Schwimmer, der auf die Dichte des Öls abgestimmt ist, sinkt mit wachsender Ölschicht ab. Ist der Ölspeicher voll, verschließt er den Ablauf, damit kein Öl in den Kanal gelangt.
- Ablauf und Probenahme: Das gereinigte Wasser fließt über den Probenahmeschacht in den Kanal. Ein Abscheider der Klasse I ist für höchstens 5 mg/l Restöl ausgelegt.
Warum feine Öltröpfchen einen Koaleszenzeinsatz brauchen
Wie schnell ein Öltropfen aufsteigt, hängt stark von seiner Größe ab. Halbiert sich der Durchmesser, steigt er nur noch mit einem Viertel der Geschwindigkeit auf. Ein zehnmal kleineres Tröpfchen ist hundertmal langsamer. Solche Tröpfchen entstehen zum Beispiel durch Hochdruckreiniger, Pumpen und starke Strömung. In einem reinen Schwerkraftabscheider erreichen sie die Oberfläche nicht, bevor das Wasser den Behälter wieder verlässt. Der Koaleszenzeinsatz macht aus vielen kleinen Tröpfchen wenige große, die schnell aufsteigen.
Die Grafik zeigt den Unterschied: Beim Schwerkraftabscheider gelangen feine Tröpfchen in den Ablauf, beim Koaleszenzabscheider hält der Einsatz sie zurück.

Das Abscheider-Prinzip im 3D-Modell
Wie ein Abscheider Öl und Schlamm vom Wasser trennt, zeigt das folgende interaktive 3D-Modell. Drehen Sie es mit Maus, Finger oder Pfeiltasten.
Vereinfachte Schnittdarstellung eines Abscheiders: Die gelben Teilchen stehen für Fett und Öl, die braunen für Schlamm, die hellblauen für das Wasser.
Ziehen Sie das Modell mit Maus oder Finger, um es zu drehen.
Ihr Browser unterstützt keine 3D-Darstellung. Kein Problem: Die vier Schritte darunter erklären das Abscheider-Prinzip vollständig: vom Zulauf über die Trennung von Fett, Öl und Schlamm bis zum Ablauf in den Kanal.
Zulauf
Das verschmutzte Abwasser fließt in den Behälter. Eine Tauchwand beruhigt die Strömung und lenkt sie nach unten, die Voraussetzung dafür, dass sich die Stoffe trennen können.
Aufschwimmen
Fette und Öle sind leichter als Wasser: Sie steigen auf und sammeln sich als Schicht an der Wasseroberfläche zwischen den beiden Tauchwänden.
Absinken
Speisereste, Sand und Schlamm sind schwerer als Wasser: Sie sinken zu Boden und lagern sich im Schlammfang ab.
Ablauf
Das gereinigte Wasser strömt unter der zweiten Tauchwand hindurch zum Kanal. Fett, Öl und Schlamm bleiben im Behälter zurück, bis zur nächsten fachgerechten Entleerung.
Koaleszenzabscheider und Ölabscheider: der Unterschied
„Ölabscheider“ ist der Oberbegriff für alle Abscheider, die Leichtflüssigkeiten aus dem Abwasser holen. Der Koaleszenzabscheider ist also eine Bauart des Ölabscheiders. Ist mit „Ölabscheider“ der einfache Schwerkraftabscheider der Klasse II gemeint, liegt der Unterschied im Koaleszenzeinsatz und damit in der Reinigungsleistung. Die Tabelle stellt beide gegenüber.
| Kriterium | Schwerkraftabscheider (Klasse II) | Koaleszenzabscheider (Klasse I) |
|---|---|---|
| Prinzip | nur Schwerkraft: Öl steigt auf, Schlamm sinkt ab | Schwerkraft plus Koaleszenzeinsatz |
| Restöl im Ablauf | höchstens 100 mg/l | höchstens 5 mg/l |
| Abgeschiedenes Öl | freies Öl in größeren Tropfen | zusätzlich fein verteilte Öltröpfchen |
| Stabile Emulsionen | werden nicht getrennt | werden nicht getrennt |
| Wartung | Schlammfang und Abscheider reinigen, Schichtdicken messen | zusätzlich Koaleszenzeinsatz prüfen, reinigen und bei Bedarf tauschen |
| Kosten | günstiger | höher durch den Einsatz und die aufwendigere Wartung |
| Typischer Einsatz | Parkflächen, Werkstätten und Industrie mit grober Ölbelastung, Einleitung in den Kanal | Tankstellen, Waschanlagen, Werkstätten mit Hochdruckreinigung, Einleitung in Gewässer |
Wann reicht ein Schwerkraftabscheider, wann brauchen Sie Klasse I?
Welche Klasse vorgeschrieben ist, richtet sich nach der Einleitstelle und den Vorgaben der Behörde. Leiten Sie das vorgereinigte Wasser in ein Gewässer ein, ist in der Regel ein Koaleszenzabscheider der Klasse I nötig. Bei Einleitung in den Schmutzwasserkanal reicht oft ein Abscheider der Klasse II, sofern die Entwässerungssatzung der Gemeinde nichts Strengeres verlangt. Zu einem Koaleszenzabscheider sollten Sie auch greifen, wenn durch Hochdruckreiniger oder Pumpen viele feine Öltröpfchen im Abwasser sind.
In größeren Anlagen arbeiten oft beide Klassen zusammen: Ein Abscheider der Klasse II hält zuerst das grobe Öl zurück, ein Koaleszenzabscheider der Klasse I reinigt dahinter nach. Häufig sind beide Stufen auch in einem Behälter kombiniert.
Grenzen: Emulsionen und Reinigungsmittel
Auch ein Koaleszenzabscheider trennt nur Öl, das als Tröpfchen im Wasser schwebt. Binden Reinigungsmittel das Öl dauerhaft an das Wasser, entsteht eine stabile Emulsion. Sie passiert jeden Leichtflüssigkeitsabscheider, auch mit Koaleszenzeinsatz. Verwenden Sie an Waschplätzen und in Werkstätten deshalb nur Reinigungsmittel, die der Hersteller als schnell trennend und abscheidergeeignet ausweist. Fallen stabile Emulsionen an, etwa durch Kühlschmierstoffe in der Metallbearbeitung, ist eine Emulsionsspaltanlage nötig.
Aufbau einer Abscheideranlage mit Koaleszenzeinsatz
Ein Koaleszenzabscheider arbeitet nie allein. Zur kompletten Anlage für die Wasseraufbereitung gehören in Fließrichtung diese Bauteile:
- Schlammfang vor dem Abscheider: Er lässt Schwebstoffe absinken und entlastet so den Abscheider und vor allem den Koaleszenzeinsatz.
- Abscheider mit Koaleszenzeinsatz und selbsttätigem Verschluss, bei Bedarf als Kombination aus Klasse II und Klasse I.
- Probenahmeschacht hinter dem Abscheider: Hier prüfen Fachleute, wie viel Restöl das Wasser noch enthält.
- Optional eine Warnanlage, die meldet, wenn die Ölschicht ihre Höchstmenge erreicht.
Optional: Abscheideranlage mit einer Hebeanlage kombinieren
Besteht die Gefahr eines Rückstaus, sodass zurückdrückendes Abwasser ölhaltige Medien ausspült? Dann ist auch eine Hebeanlage zu empfehlen. Diese sammelt das Abwasser nach der Probenahmeöffnung, um es dann über die Rückstauebene zur Kanalisation zu pumpen. Nötig ist das vor allem dann, wenn der Abscheider unter der Rückstauhöhe sitzt.
Eine Schnittzeichnung aller Bauteile und die Berechnung der passenden Größe finden Sie im Ratgeber Ölabscheider bemessen.
Einsatzfelder: Wo Ölabscheider und Koaleszenzabscheider nötig sind
Abwasser-Ölabscheider kommen heute in vielen Bereichen zum Einsatz und sind häufig sogar Pflicht. Wo feine Öltröpfchen entstehen oder strenge Grenzwerte gelten, ist meist ein Koaleszenzabscheider die richtige Wahl. Typische Einsatzfelder sind:
- Kfz-Werkstätten: Autowerkstätten, Reifenwechsel, Fahrzeugaufbereitung, Lackierereien.
- Tankstellen: Waschplätze, Betankungsbereiche, Werkstatthöfe.
- Waschanlagen und Waschplätze für Pkw, Lkw und Busse: Hochdruck und Reinigungsmittel verteilen das Öl hier besonders fein. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Ölabscheider für den Waschplatz.
- Industrie: Metallverarbeitung, Maschinenbau, chemische Industrie, Lackierbetriebe.
- Logistik/Transport: Speditionshöfe, Busdepots, Lkw-Waschanlagen.
- Parkhäuser/Tiefgaragen: Bei Risiko von Öl- oder Kraftstoffaustritt (z. B. durch Leckagen).
- Landwirtschaft: Betriebe mit Treibstofflagern oder Maschinenreinigung.
Ölabscheider anmelden: Voraussetzung für den Betrieb der Technik
Da es bei der Installation der Abscheider um Anlagen zur Behandlung ölhaltiger Medien geht, sind hohe technische Voraussetzungen zu erfüllen. Um nachzuweisen, dass Anlagenbetreiber diese einhalten, müssen Sie die Technik bei der unteren Wasserbehörde anmelden. Im laufenden Betrieb kann es dann zu unangekündigten Kontrollen kommen. Ein Umstand, durch den sich die fachgerechte Planung und Installation der Anlagen lohnt.
Achten Sie hier unbedingt auf die Einhaltung geltender Grenzwerte. Diese finden sich unter anderem in der DIN EN 858, in der Abwasserverordnung (AbwV) sowie in kommunalen Satzungen. Leiten Sie Abwasser indirekt in die Kanalisation ein, gelten häufig Grenzwerte von 5 bis 20 mg/l. Bei der direkten Einleitung in Gewässer sind die Anforderungen strenger. Hier darf das Abwasser in der Regel nicht mehr als 5 mg/l Öl enthalten.
Wartung des Koaleszenzabscheiders
Sammelt sich das Öl im Abscheider, füllt sich dieser mit der Zeit. Eine Warnanlage (optional, empfohlen) meldet das rechtzeitig, damit Sie das gesammelte Öl absaugen lassen können. Im gleichen Zuge reinigen Experten den Ölabscheider. Sie führen eine Sichtprüfung durch und nehmen die Anlage abschließend wieder in Betrieb. Nach Abschluss der Reinigungs- und Wartungsarbeiten dokumentieren sie das im Betriebstagebuch, einem wichtigen Dokument zur Vorlage bei Herstellern, Versicherern oder Ämtern, das die planmäßige Durchführung aller Wartungsarbeiten belegt.
Beim Koaleszenzabscheider braucht der Koaleszenzeinsatz besondere Aufmerksamkeit. Mit der Zeit setzen sich Schlamm und Schmutz in den Fasern oder Lamellen fest. Ist der Einsatz verstopft, staut sich das Wasser und die Reinigungsleistung sinkt. Diese Prüfungen sind deshalb fällig:
- Eigenkontrolle durch eine sachkundige Person, monatlich: Sichtprüfung, Schlamm- und Ölstand messen, Koaleszenzeinsatz auf Verschmutzung prüfen.
- Wartung durch einen Fachbetrieb, alle 6 Monate: Bei Anlagen nur für Niederschlagswasser oder redundanten Anlagen genügen 12 Monate. Die Fachleute nehmen den Einsatz heraus, reinigen ihn und setzen ihn wieder ein. Beschädigte oder nicht mehr zu reinigende Einsätze tauschen sie aus.
- Generalinspektion, vor Inbetriebnahme und danach spätestens alle 5 Jahre: Geprüft werden Dichtheit und Zustand aller Bauteile, auch des Koaleszenzeinsatzes. Die Generalinspektion führt eine fachkundige Person durch, die vom Betreiber unabhängig ist – in der Regel ein Fachbetrieb mit Fachkunde für Abscheideranlagen. Verlangen Behörde oder Landesrecht einen Sachverständigen, gilt diese Vorgabe.
Alle Intervalle, Pflichten und Kosten erklären wir im Ratgeber Ölabscheider-Wartung.
Koaleszenzabscheider auslegen und kaufen: Tipps und Kosten
Fällt in Ihrem Betrieb ölhaltiges Abwasser an, ist ein Ölabscheider zur Wasseraufbereitung meist Pflicht. Konkret erfahren Sie das bei der unteren Wasserbehörde, bei der Sie den Abscheider auch beantragen und anmelden lassen. Damit die Anlage zuverlässig funktioniert, sind einige Punkte zu beachten. Die folgende Übersicht zeigt, welche das sind:
- Fachgerechte Auslegung der Ölabscheider: Grundsätzlich muss der Abscheider zu Ihrer Anlage passen. Art und Größe sind dazu entsprechend den örtlichen Gegebenheiten auszulegen. Zu den wichtigsten Einflussgrößen gehören die Wassermenge und die Wasserzusammensetzung. Wie Sie bei der Auslegung richtig vorgehen, erklären wir im Beitrag Ölabscheider bemessen. Hier finden Sie auch einen kostenfreien Rechner für eine überschlägige Ermittlung der Nenngröße.
- Die passenden Komponenten auswählen: Hersteller bieten Ölabscheider mit Schlammfang, Koaleszenzeinsatz und Probenahmestelle heute in der Regel modular an. So ist es möglich, für jeden Einsatz die passende Anlage zusammenzustellen. Schlammfang und Probenahmestelle gehören dabei fast immer zur Grundausstattung. Zudem stehen Schwimmerschalter, Warnanlagen sowie Abwasserhebeanlagen zur Verfügung. Welche Komponenten konkret zum Einsatz kommen, richtet sich nach den örtlichen Gegebenheiten und den Vorgaben des zuständigen Amts.
- Fachgerechter Einbau und Wartung: Wenn Sie einen Ölabscheider kaufen, sollten nur erfahrene Fachhandwerker diesen auch einbauen und in Betrieb nehmen. Sie kümmern sich außerdem um die wiederkehrende Wartung. Sinnvoll ist es dabei, einen Wartungsvertrag für mehrere Jahre abzuschließen. Das entlastet Sie in der täglichen Arbeit und spart zudem oft auch Geld. Denn Fachbetriebe honorieren die langfristige Beauftragung mit besseren Konditionen. Möchten Sie den Abscheider stilllegen, benötigen Sie ebenfalls zugelassene Fachleute.
Was kostet ein Koaleszenzabscheider?
Der Preis hängt vor allem von Nenngröße, Material und Einbausituation ab. Als Richtwerte inklusive Montage und Genehmigung gelten etwa 8.400 bis 15.100 € für eine mittlere Kfz-Werkstatt und 13.900 bis 21.800 € für eine Tankstelle. Große Industrieanlagen, in denen ein Schwerkraftabscheider und eine Koaleszenzstufe zusammenarbeiten, kommen auf 28.600 bis 42.900 € (alle Preise netto, zzgl. MwSt.). Einfache Schwerkraftabscheider für kleine Mengen sind günstiger. Alle Richtwerte nach Einsatzfall finden Sie im Ratgeber Ölabscheider kaufen.
Koaleszenzabscheider oder Ölabscheider anfragen
Nennen Sie uns, welches Abwasser in Ihrem Betrieb anfällt und wohin es eingeleitet wird. Wir beraten Sie persönlich und anbieterneutral zur passenden Abscheiderklasse und erstellen Ihnen ein faires Angebot.
FAQ: Häufige Fragen zu Koaleszenzabscheider und Ölabscheider
Was ist der Unterschied zwischen Koaleszenzabscheider und Ölabscheider?
Ölabscheider ist der Oberbegriff, der Koaleszenzabscheider eine Bauart davon. Ein einfacher Ölabscheider (Schwerkraftabscheider, Klasse II) trennt Öl nur über die Schwerkraft und lässt bis zu 100 mg/l Restöl durch. Ein Koaleszenzabscheider (Klasse I) hat zusätzlich einen Koaleszenzeinsatz, der auch feinste Öltröpfchen zurückhält. Er lässt höchstens 5 mg/l Restöl durch.
Wie funktioniert ein Koaleszenzabscheider?
Zuerst steigen große Öltropfen durch die Schwerkraft auf. Danach strömt das Wasser durch den Koaleszenzeinsatz aus ölanziehenden Fasern, Schaumstoff oder Lamellen. Dort bleiben feine Öltröpfchen hängen, fließen zu großen Tropfen zusammen und steigen zur Ölschicht auf. Ein selbsttätiger Verschluss verhindert, dass bei vollem Ölspeicher Öl in den Kanal gelangt.
Wann benötige ich einen Koaleszenzabscheider?
Ein Koaleszenzabscheider ist nötig, wenn die Behörde die Klasse I verlangt, in der Regel bei Einleitung in ein Gewässer, oder wenn viele feine Öltröpfchen im Abwasser sind. Das ist typisch für Tankstellen, Waschanlagen und Werkstätten mit Hochdruckreinigern. Welche Klasse an Ihrem Standort gilt, erfahren Sie bei der unteren Wasserbehörde oder Ihrer Gemeinde.
Kann ein Koaleszenzabscheider Emulsionen trennen?
Nur bedingt. Er trennt fein verteilte Öltröpfchen, wie sie etwa durch Hochdruckreiniger entstehen. Stabile Emulsionen, bei denen Reinigungsmittel oder Kühlschmierstoffe das Öl dauerhaft an das Wasser binden, passieren auch den Koaleszenzeinsatz. Dafür ist eine Emulsionsspaltanlage nötig. Verwenden Sie deshalb nur schnell trennende Reinigungsmittel.
Wie oft muss der Koaleszenzeinsatz gereinigt werden?
Prüfen Sie den Einsatz bei der monatlichen Eigenkontrolle auf Verschmutzung. Bei der Wartung alle 6 Monate nehmen Fachleute ihn heraus und reinigen ihn. Ist er beschädigt oder lässt er sich nicht mehr reinigen, tauschen sie ihn aus. Ein verstopfter Einsatz staut das Wasser und senkt die Reinigungsleistung.
Was kostet ein Ölabscheider für Abwasser?
Die Kosten hängen von Größe, Bauart und Ausstattung ab. Kleine Anlagen beginnen bei etwa 2.000 bis 5.000 Euro. Ein Koaleszenzabscheider für eine Werkstatt oder Tankstelle kostet inklusive Montage und Genehmigung etwa 8.400 bis 21.800 Euro (netto, zzgl. MwSt.). Dazu kommen die laufenden Kosten für Wartung und Entleerung.
Wann reicht ein Schwerkraftabscheider aus?
Ein Schwerkraftabscheider der Klasse II reicht, wenn das Öl in groben Tropfen anfällt und die Behörde keine Klasse I verlangt, etwa bei Einleitung in den Schmutzwasserkanal. Typische Beispiele sind Parkflächen und Werkstätten ohne Hochdruckreinigung. Bei ölhaltigem Regenwasser kommen zum Teil auch Wirbelabscheider zum Einsatz.
Ist ein Ölabscheider Pflicht?
Ja, in vielen Fällen. Sobald ölhaltiges Abwasser anfällt, ist ein Abscheider gesetzlich vorgeschrieben. Grundlage sind das Wasserhaushaltsgesetz (WHG), die Abwasserverordnung sowie die DIN EN 858 und lokale Vorschriften.
Wie oft muss ein Ölabscheider gewartet werden?
Einmal im Monat steht die Eigenkontrolle durch eine sachkundige Person an, alle 6 Monate die Wartung durch einen Fachbetrieb, bei Anlagen nur für Niederschlagswasser oder redundanten Anlagen alle 12 Monate. Vor der Inbetriebnahme und danach spätestens alle 5 Jahre ist eine Generalinspektion Pflicht. Entleert wird je nach Füllstand von Schlammfang und Ölspeicher.
Was gehört zu einer kompletten Abscheideranlage?
Typische Bestandteile sind Schlammfang, Ölabscheider, Probenahmestelle sowie optional Warnanlage, Koaleszenzeinsatz oder Hebeanlage.
Wer darf einen Ölabscheider einbauen und warten?
Einbau und Wartung dürfen nur durch fachkundige Betriebe erfolgen. Diese sorgen auch für die Dokumentation im Betriebstagebuch und die Einhaltung aller Vorschriften. Eine regelmäßige Sichtkontrolle sollten Sie darüber hinaus auch selbst durchführen, um Probleme und Störungen möglichst schnell zu erkennen.